• Germanwings-Absturz - die Nachrichten des Tages: Andreas Lubitz war offenbar schwer depressiv

Germanwings-Absturz - die Nachrichten des Tages : Andreas Lubitz war offenbar schwer depressiv

Der Kopilot von Flug 4U9525 litt einem Bericht zufolge an einer schweren psychosomatischen Erkrankung. In seiner Wohnung sollen entsprechende Medikamente gefunden worden sein. Alle weiteren Erkenntnisse vom Samstag finden Sie hier.

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Ein Hubschrauber der französischen Gendarmerie über der Absturzstelle des Germanwings-Fluges.
Ein Hubschrauber der französischen Gendarmerie über der Absturzstelle des Germanwings-Fluges.Foto: reuters

Der Kopilot von Flug 4U9525 litt einem Bericht zufolge an einer schweren psychosomatischen Erkrankung. In seiner Wohnung sollen entsprechende Medikamente gefunden worden sein. Hier finden Sie alle Neuigkeiten vom Samstag zum Nachlesen. Wie es nun weiter geht, lesen Sie HIER.

16:30 Uhr: Personalakte beim Luftfahrt-Bundesamt

Das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig hat die Personalakte des Germanwings-Copiloten Andreas Lubitz geprüft. „Wir haben Einsicht in die Unterlagen genommen und die Erkenntnisse mündlich an die Staatsanwaltschaft gegeben“, sagte Holger Kasperski vom Luftfahrt-Bundesamt am Samstag der dpa. „Mehr gibt es dazu aktuell nicht zu sagen“, fügte Kasperski hinzu. Andernfalls könne es die Ermittlungen gefährden.

16.05 Uhr: "Bild am Sonntag": Massive Sehstörungen bei Andreas Lubitz

Der Co-Pilot der abgestürzten Germanwings-Maschine litt nach einem Pressebericht unter massiven Sehstörungen. Wie "Bild am Sonntag" vorab meldete, hatte sich der 27-Jährige deswegen in ärztliche Behandlung begeben. Ob diese Probleme organischer oder psychosomatischer Natur waren, sei derzeit unklar und Gegenstand von Ermittlungen. Jedenfalls hätten sie seine Flugtauglichkeit gefährdet, berichtete das Blatt weiter.

15:30 Uhr: Französische Ermittler: Technischer Fehler nicht auszuschließen

Französische Ermittler untersuchen nach dem Absturz der Germanwings-Maschine auch die Möglichkeit eines technischen Defekts. „Derzeit kann die Hypothese eines technischen Fehlers nicht ausgeschlossen werden“, sagte der Chef der in Düsseldorf eingesetzten französischen Ermittler, Jean-Pierre Michel, am Samstag dem französischen Sender BFMTV. Die Ermittlungen gingen voran, es fehlten aber noch „technische Details“. Bei den gemeinsamen Ermittlungen sollten Erkenntnisse vom Absturzort und dem Flugverlauf mit Ergebnissen der deutschen Ermittler verbunden werden, sagte Michel.

14:28 Uhr: Kopilot reiste als Jugendlicher häufig in Absturzgegend

Der Kopilot der abgestürzten Germanwings-Maschine, Andreas Lubitz, soll die Unglücksregion in den Alpen als Jugendlicher gut gekannt haben. Seine Eltern seien dort mit ihrem Flugverein hingereist, sagte Francis Kefer vom Flugfeld in Sisteron dem französische Sender iTele. Sisteron liegt gut 40 Kilometer westlich der Absturzstelle in den südostfranzösischen Alpen. „Zwischen 1996 und 2003 ist der Club aus Montabaur regelmäßig hierhergekommen“, sagt Kefer in dem Bericht. Auch Lubitz sei damals mit seinen Eltern dabei gewesen. Der Verein sei zum Segelfliegen gekommen.

13:26 Uhr: Andreas Lubitz hatte offenbar schwere psychosomatische Erkrankung

Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" haben die Ermittler Erkenntnisse darüber, dass Germanwings-Kopilot Andreas Lubitz unter einer schweren "psychosomatischen Erkrankung" gelitten hat. "Der 27-jährige ist von mehreren Neurologen und Psychiatern behandelt worden", zitiert die Zeitung einen Fahnder der Ermittlungsgruppe "Alpen" des Düsseldorfer Polizeipräsidiums. Aus persönlichen Aufzeichnungen, die bei Lubitz gefunden worden sein sollen, gehe hervor, dass er unter einem "starken subjektiven Überlastungssyndrom" gelitten habe und schwer depressiv gewesen sei, so die WamS. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Kopiloten hätten die Beamten zudem eine Vielzahl von Medikamenten zur Behandlung von psychischen Erkrankungen sichergestellt.

12:48 Uhr: Wie werden Piloten und Lokführer eigentlich kontrolliert?

Kopilot Andreas Lubitz soll die Germanwingsmaschine zum Absturz gebracht haben. Am Unglückstag war er krankgeschrieben - offenbar wegen Depressionen. Kollegen fiel angeblich nicht auf, dass er krank war. Dabei gelten in der Luftfahrt die Tests und Kontrollen für Mitarbeiter als besonders umfangreich. Doch es gibt Lücken. Mehr dazu im Bericht von Lea Frehse.

12:10 Uhr: Luftfahrt-Bundesamt nimmt Einsicht in Personalakte von Andreas Lubitz

Das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig hat die Personalakte des Germanwings-Copiloten Andreas Lubitz, der die Maschine zum Absturz gebracht haben soll, geprüft. „Wir haben Einsicht in die Unterlagen genommen und die Erkenntnisse mündlich an die Staatsanwaltschaft gegeben“, sagte Holger Kasperski vom Luftfahrt-Bundesamt der dpa. „Mehr gibt es dazu aktuell nicht zu sagen“, fügte Kasperski hinzu. Andernfalls könne es die Ermittlungen gefährden. Am Freitag hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass der 27-Jährige am Unglückstag eigentlich krankgeschrieben war. Über die Art der Erkrankung bewahrten die Ermittler Stillschweigen. Nach Tagesspiegel-Informationen wurde die Krankschreibung wegen Depressionen ausgestellt.

In der Kathedrale Notre-Dame-du-Bourg der französischen Gemeinde Digne-les-Bains haben am Samstag Einwohner der Opfer des Flugzeugabsturzes vom Dienstag gedacht.
In der Kathedrale Notre-Dame-du-Bourg der französischen Gemeinde Digne-les-Bains haben am Samstag Einwohner der Opfer des...Foto: dpa

11:15 Uhr: Trauergottesdienst in Digne-les-Bains

In der Kathedrale von Digne-les-Bains im Südosten Frankreichs hat am Samstag ein Trauergottesdienst für die Opfer der abgestürzten Germanwings-Maschine begonnen. Vor dem Altar waren 150 Kerzen aufgestellt, für jedes Todesopfer eine. Digne-les-Bains liegt unweit des Ortes, in der der Airbus A320 am Dienstag zerschellt war. "Ich bin gekommen, um für die Familien der Toten zu beten", sagte eine Gläubige, bevor sie in die Kirche trat. Der Trauergottesdienst sei eine wichtige Geste der Anteilnahme. Viele Menschen waren sichtlich erschüttert und brachten Blumengebinde mit zur Trauerzeremonie.

Der Absturz der Germanwings-Maschine und die Folgen
Am Freitag, 24. Juli, fand am Absturzort eine Gedenkfeier für die Opfer der Germanwings-Katastrophe statt. 149 weiße Ballons stiegen in den Himmel - einer für jeden Toten.Weitere Bilder anzeigen
1 von 106Foto: AFP/Boris Horvat
24.07.2015 19:55Am Freitag, 24. Juli, fand am Absturzort eine Gedenkfeier für die Opfer der Germanwings-Katastrophe statt. 149 weiße Ballons...

10:27 Uhr: Carsten Spohrs Kampf um die Glaubwürdigkeit

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erlebt nach dem Absturz von Flug 4U9525 von Germanwings - einer Lufthansa-Tochter - derzeit die schwersten Tage seiner Karriere. Wir haben ihn in unserer Seite-3-Reportage porträtiert.

9.01 Uhr: Lufthansa schaltet ganzseitige Traueranzeigen

Mit ganzseitigen Anzeigen in großen deutschen Tageszeitungen haben die Lufthansa und ihre Tochter Germanwings den Hinterbliebenen der Absturzopfer ihre Anteilnahme bekundet. „Der unfassbare Verlust von 150 Menschenleben erfüllt uns mit tiefster Trauer. Unser aufrichtiges Beileid, unsere Gedanken und Gebete gelten allen Angehörigen und Freunden unserer Gäste und Kollegen“, hieß es in der am Samstag erschienenen Anzeige. Zugleich dankten Lufthansa und Germanwings den „vielen tausenden von Helfern“ aus zahlreichen Ländern. Unterzeichnet ist die Anzeige von Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Germanwings-Chef Thomas Winkelmann.

8.53 Uhr: Bundestagsvize Peter Hintze: Kein gesetzlicher Regelungsbedarf

Muss die Politik für mehr Sicherheit in Flugzeugen sorgen? "Da sehe ich momentan keinen gesetzlichen Regelungsbedarf", sagte Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Der frühere Koordinator der Bundesregierung für Luftfahrt vertraut den Luftfahrtgesellschaften und begrüßt das Vier-Augen-Prinzip im Cockpit, das etliche Airlines nun einführen wollen. "Ich halte das für richtig", sagte Hintze. Es sei für Passagiere beruhigend, zu wissen, dass immer zwei Menschen im Cockpit seien.

Eine Stele im Dorf Le Vernet in den französischen Alpen erinnert an die Opfer von Germanwings-Flug 4U9525.
Eine Stele im Dorf Le Vernet in den französischen Alpen erinnert an die Opfer von Germanwings-Flug 4U9525.Foto: AFP

7:40 Uhr: Angehörige der MH370-Opfer trauern mit 4U9525-Hinterbliebenen

Angehörige der Passagiere des verschwundenen Malaysia-Airlines-Fluges MH370 haben den Hinterbliebenen des abgestürzten Germanwings-Fluges am Samstag ihr Beileid ausgesprochen. „Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Familien und Freunden der Passagiere und Besatzungsmitglieder von 4U9525“, schrieben die MH370-Familien auf einer gemeinsamen Facebook-Seite. „Wir geben ihnen unsere Unterstützung in diesen herzzerreißenden Zeiten.“ Der malaysische Airbus mit der Flugnummer MH370 war vor mehr als einem Jahr auf dem Weg nach Peking verschwunden. Anders als bei der Germanwings-Maschine, die am Dienstag gegen ein Bergmassiv der französischen Alpen krachte und zerbarst, fehlt von dem asiatischen Jet trotz intensiver Suche nach Wrackteilen seither jede Spur.

Der Absturz der Germanwings-Maschine und die Folgen
Am Freitag, 24. Juli, fand am Absturzort eine Gedenkfeier für die Opfer der Germanwings-Katastrophe statt. 149 weiße Ballons stiegen in den Himmel - einer für jeden Toten.Weitere Bilder anzeigen
1 von 106Foto: AFP/Boris Horvat
24.07.2015 19:55Am Freitag, 24. Juli, fand am Absturzort eine Gedenkfeier für die Opfer der Germanwings-Katastrophe statt. 149 weiße Ballons...

7:19 Uhr: Einsatzkräfte setzen Bergungsarbeiten fort

In den französischen Alpen hat der fünfte Tag der Suche nach Opfern des Germanwings-Absturzes begonnen. Die Arbeiten waren über Nacht unterbrochen worden. Bilder des französischen Fernsehens zeigten, wie Hubschrauber erneut in den Einsatz flogen. Die Retter konzentrieren sich neben der Bergung und Identifizierung der Leichen weiter auf die Sicherung der Unfallstelle in dem schwierigen Gelände. Rechtsmediziner arbeiten bereits an der Identifizierung der sterblichen Überreste, die schon ins Tal gebracht wurden. Weiter gesucht wird nach dem zweiten Flugschreiber des Airbus. Er soll weitere Erkenntnisse zum Geschehen im Cockpit vor dem Absturz liefern.

7:05 Uhr: Trauerakt im Kölner Dom am 17. April

Mit einem Gottesdienst und einem staatlichen Trauerakt im Kölner Dom wollen Politik und Kirche nach übereinstimmenden Medienberichten am 17. April der Opfer des Flugzeugabsturzes in Frankreich gedenken. Erwartet werden neben Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel auch Vertreter aus Frankreich, Spanien und anderen Ländern, aus denen die Opfer der Flugkatastrophe stammten. Auch für die Bevölkerung werde es die Möglichkeit geben, an der Trauerfeier im Dom teilzunehmen. (mit Agenturen)

Die Ereignisse vom Freitag können Sie hier nachlesen.

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