Welt : Neun Insassen starben - Behörden schließen Anschlag nicht aus

Ein prominenter russischer Enthüllungsjournalist und ein tschetschenischer Öl-Geschäftsmann sind am Donnerstag beim Absturz eines Passagierflugzeugs in Moskau ums Leben gekommen. Insgesamt starben alle neun Insassen, als die dreimotorige Maschine vom Typ Jak-40 kurz nach dem Abheben vom Flughafen Scheremetjewo 1 wieder auf die Startbahn fiel, teilte das russische Katastrophenschutzministerium mit. Die Ursache war zunächst unklar. Die Polizei schloss auch einen Anschlag nicht aus.

Der Journalist und Verleger Artjom Borowik (38) hatte in seiner Zeitschrift "Streng geheim" über spektakuläre Verbrechen berichtet und Korruptions-Fälle aufgedeckt. Zwei seiner Mitarbeiter sind weitere Opfer. Im Juni 1999 hatte der staatliche Fernsehsender RTR eine Sendung mit dem Titel "Sowerschenno Sekretno" aus dem Programm gestrichen. Borowik hatte seinerzeit erklärt, dies sei mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen geschehen. Der Geschäftsmann Sia Baschajew (40) war seit 1995 Chef einer Ölfirma in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny und später Präsident des Ölkonzerns Sidanko. Zuletzt leitete er seine eigene Firma Aljans. Die Chartermaschine der regionalen Fluggesellschaft Wologodskije Awialinii war nach Angaben der Flugaufsichtsbehörde bereits 24 Jahre alt. Sie sollte nach Kiew fliegen, meldeten die russischen Agenturen. Beim Aufschlag fing die Maschine Feuer. Der Flughafen wurde wegen des Unglücks zeitweise geschlossen. Scheremetjewo 1 liegt dem internationalen Moskauer Flughafen Scheremetjewo 2 gegenüber.

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