Pyramiden in Ägypten : Neue Spuren zu Grabkammern

Seit Ende Oktober untersuchen Forscher vier Pyramiden mit modernster Infrarottechnik. Erste Ergebnisse lassen bisher unentdeckte Hohlräume vermuten.

Die Forscher stellten Montagabend die thermischen Auffälligkeiten in den Pyramiden vor.
Die Forscher stellten Montagabend die thermischen Auffälligkeiten in den Pyramiden vor.Foto: HAZEM ABDEL HAMID/dpa

Bei Analysen an der Cheops-Pyramide und drei weiteren Pyramiden bei Kairo haben Forscher mysteriöse Temperaturunterschiede aufgespürt, die auf versteckte Kammern hindeuten könnten. Bei allen vier untersuchten Pyramiden seien „zahlreiche thermische Anomalien“ festgestellt worden, „besonders beeindruckend“ sei diejenige an der Cheops-Pyramide, teilte das ägyptische Antiken-Ministerium mit. In einigen Steinblöcken seien um bis zu sechs Grad höhere Temperaturen gemessen worden als in Nachbarblöcken.
Eine definitive Erklärung für die mit Infrarot-Scannern gemessenen Temperaturunterschiede gibt es noch nicht, sie könnten aber auf verborgene Kammern hindeuten. „Cheops wird heute eines seiner Geheimnisse lüften“, kündigte Antiken-Minister Mahmud Eldamati zuversichtlich an. Doch die Forscher blieben in ihrer Erklärung eher vage:Eine Reihe von Theorien sei möglich, darunter „Hohlräume hinter der Fassade und Luftströme“ im Innern der Pyramiden.

Besondere Aufregung riefen die Ergebnisse aus der 4500 Jahre alten Cheops-Pyramide hervor, der größten der drei Pyramiden von Gizeh, die zu den sieben Weltwundern des Altertums zählt. Bei ihr wurden „beeindruckende“ Temperaturunterschiede auf der Ostseite auf Bodenhöhe festgestellt. „Diese Gegend sollte in der Folgephase des Projektes weiter untersucht werden“, hieß es in der Erklärung.

Neue Spur zu Nofretetes Grabkammer

Das Forschungsprojekt „Scan Pyramids“ war am 25. Oktober angelaufen. Moderne Infrarottechnologie und hochentwickelte Detektoren sollen den Ingenieuren und Architekten aus Ägypten, Frankreich, Kanada und Japan erlauben, die Pyramiden zu „scannen“ und in „das Innere“ der Pyramiden zu blicken. Eldamati sagte, die bei dem bis Ende 2016 befristeten Projekt verwendete Technik könne auch bei einer nochmaligen Untersuchung des Grabs von Tutanchamun Anwendung finden.

Mit Hilfe der Infrarot-Scanner war Anfang November bereits die Grabkammer von Tutanchamun untersucht worden. Die Ergebnisse stützten die Vermutung des britischen Archäologen Nicholas Reeves, hinter der Grabkammer gebe es eine weitere verborgene Kammer – in der die legendäre Königin Nofretete begraben worden sein könnte. Deren Mumie ist bislang unentdeckt. Ein Großteil der Altertumsforscher vermutet, dass Tutanchamuns Vater der mit Nofretete verheiratete Echnaton war. Ob Nofretete allerdings Tutanchamuns Mutter ist, gilt als äußerst unsicher. (AFP)

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