Liberation Route Europe : Geschichte ohne Grenzen

Das Projekt „Liberation Route Europe“ wird im Juni auch in Berlin ausgestellt.

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Frag den Stein. Die Codes fürs Smartphone weisen den Weg.
Frag den Stein. Die Codes fürs Smartphone weisen den Weg.Foto: Liberation Route Europe

Am Anfang standen zwei Studenten, die im Airborne Museum in Arnheim eine Arbeit über Tourismus und den Zweiten Weltkrieg schreiben mussten. Rasch stellten sie fest, dass es im Grenzgebiet zu Deutschland viele historische Orte gab, die aber nicht miteinander in Verbindung standen. „Diese Arbeit landete dann beim Fremdenverkehrsamt Arnheim“, erzählt Jeroen van Wieringen von der Stiftung Liberation Route Europe.

„Auf Findlingen wurden Codes für Smartphones angebracht, schließlich auch in der Provinz Brabant, und dann schaute man sich innerhalb der Europäischen Union um, wo man alsbald auf interessante Partner stieß.“ So begann die Arbeit, die zur Stiftung in Elst, Niederlande, führte, die über eine Website historische Aufklärung und Tourismus miteinander verbinden will.

Die „Liberation Route Europe“ verbindet die wichtigsten Regionen, durch die die westlichen Alliierten von Südengland aus zur Küste der Normandie und weiter bei ihrem Vormarsch durch die belgischen Ardennen, Brabant, Arnheim, Nimwegen und den Hürtgenwald bis nach Berlin kamen.

„Die Route verläuft dann weiter bis nach Gdansk in Polen, wo fast zwei Generationen später eine demokratische Revolution zur Überwindung der Teilung Europas ihren Anfang nahm“, heißt es programmatisch auf der Website, die ständig ergänzt und erweitert wird.

Schirmherr des Projektes ist der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz. „Er erkannte die Perspektive dieser Sache sofort“, sagt van Wieringen, „denn er weiß aus der Geschichte seiner Familie, was Krieg bedeutet.“

Friedhöfe, Denkmäler, Museen: Alles ist verknüpft

Im deutsch-niederländischen Grenzgebiet sind es vor allem die Codes auf den Findlingen, die Touristen leiten. In Deutschland, Belgien und Polen begleiten Museen das Projekt. Für die Liberation Route Europe wurde eine App in fünf Sprachen entwickelt, die allen Reisenden unterwegs die nötigen Informationen bietet.

Wem das zu umständlich ist, der kann zu Hause am PC über die Website seine Besuche planen, Routen oder geführte Touren auswählen. Auf der spannenden Website kann man sich festlesen. Unter der Rubrik „Geschichte entdecken“ unterscheidet sie zum Beispiel unter 208 historischen Orten, 86 sehenswerten Orten, präsentiert Biografien und Geschichten sowie Friedhöfe, Denkmäler, Museen, Gedenkstätten und Befestigungsanlagen. Alles ist mit allem verknüpft.

In der Kategorie „Geschichten“ wird etwa an die Operation „Fortitude South“, eines der größten Täuschungsmanöver des Zweiten Weltkriegs erinnert: Die Engländer simulierten die Vorbereitung einer Invasion über die Straße von Dover, um von der Landung in der Normandie abzulenken. Angezeigt werden nun die Daten des Ereignisses und die damit verbundenen sehenswerten und historischen Orte wie Dover und die Burganlage Dover Castle.

Ergänzt wird das Ganze durch damit verbundene Biografien von General George Patton und dem Doppelagenten Juan Pujol Garcia. Dazu gibt es in der Galerie ein Foto und Video. Begleitet wird das Projekt von einer multimedialen Wanderausstellung mit exemplarischen Biografien, die im Juni und Juli im Alliierten Museum in Berlin gastiert.

Weitere Informationen im Internet: liberationroute.de; routesofliberation.com

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