Die Sparkolumne : Im Kampf mit den Elementen

Es geschah an einem regnerischen Donnerstag im Juni: Warum wir im Keller einen Deich errichteten und dabei etwas über Elementarschutz lernten.

Wasser im Keller. Was nun?
Wasser im Keller. Was nun?Foto: picture alliance / Maurizio Gamb

Vor ein paar Jahren habe ich eine neue Wohngebäudeversicherung abgeschlossen. Das war nötig geworden, weil ich die alte absurd teuer fand. Irgendwo muss man ja anfangen zu sparen. Die neue versprach trotz des günstigeren Preises ein paar Extras. Überspannungsschutz bei Blitzeinschlag zum Beispiel. In so einem Fall sind einige zehn Millionen Volt unterwegs. Es ist möglich, dass ein Haus das aushält, nicht aber das elektrische Netz. Was gar nicht gut für die Geräte ist, die an diesem Netz hängen.

An den folgenden Dialog erinnere ich mich nicht mehr ganz genau, er enthielt aber wohl diese Passage:

Die Frau von der Versicherung: „Wie verhält es sich denn mit dem Elementarschutz?“

Ich: „Wie meinen Sie das?“.

Sie: „Na, Überschwemmung zum Beispiel.“

Ich: „Überschwemmung?“ (Vor meinem geistigen Auge sah ich die Oder über die Ufer treten, die Elbe oder den Rhein.)

Ist den der Teltowkanal je über seine Ufer getreten?

„Hm“, sagte ich also, „ich wohne in Berlin, wir haben hier die Spree, die Havel und den Teltowkanal, und alle sind über die Jahre hübsch in ihrem Bettchen geblieben, höhöhö, Überschwemmung, nee, kennen wir nicht, brauche ich nicht.“ Das war also vor ein paar Jahren.

Dann kam dieser Donnerstag im Juni. Wir waren im Urlaub, plötzlich klingelte das Telefon. Mein Schwiegervater sagte, wir hätten Wasser im Keller. Natürlich fragte ich, wo das denn herkäme. Darauf Schwiegervater: „Keine Ahnung, ist einfach da“ – und machte sich um die Trockenlegung unseres Domizils verdient. Als wir neulich zurückkehrten, war von dem Schaden kaum mehr was zu sehen.

Kann ja nicht so schlimm gewesen sein, dachte ich also, und sagte zu meiner Frau, es handele sich wohl nur um ein einmaliges Ereignis. Beim Einschlafen am Montagabend hörte ich den Regen auf das Dachfenster trommeln. Am Dienstagmorgen trommelte er beim Aufwachen immer noch. Meine Frau stand bereits in der offenen Kellertür und sagte, „kommst du mal“. Ich schaute hinunter und dachte im ersten Moment, wir sinken. Da war Wasser, ziemlich viel sogar. Es floss einfach durch die Kellerwand. Nicht in einem Strahl, aber in stetigen Tropfen.

Wir bauten eine Art Deich und riefen einen Experten für Kellertrocknung an. Der kam, rechnete vor, was es kosten würde, uns gegen eine Flut wie diese zu wappnen.

Am Abend begann es leise wieder zu regnen. Vielleicht zieht ja noch ein Gewitter auf. In diesem Fall könnte ich meiner Frau sagen, dass ich uns wenigstens dagegen versichert habe.

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