"Zuckerberg führt offensichtlich eine gute Ehe"

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Ex-Facebook-Manager Antonio García Martínez : „Zuckerberg schaut einem nie in die Augen“
Hannes Grassegger
Zuckerberg mit Frau Priscilla und Tochter Max.
Zuckerberg mit Frau Priscilla und Tochter Max.Foto: dpa

Wie ist Zuckerberg als Mensch?

Er ist ein natürliches Alphatier, der Gründer einer neuen Kirche und überhaupt nicht so ein Nerd wie im Film „The Social Network“. Er spricht kurz und abgehackt, schnörkellos, sehr direkt. Er spricht so, wie man Codes schreibt. Auch schaut er einem nie in die Augen, weshalb er auf Pressefotos immer etwas seltsam aussieht. Jedes Jahr setzt er sich selber eine große Aufgabe, die messbar sein muss. Als ich anfing, war es: 10 000 Schritte am Tag gehen – das war, lange bevor jeder so ein Fitbit-Band trug. Letztes Jahr las er ein Buch pro Woche.

So hat das schon Benjamin Franklin gemacht. Jede Woche eine Aufgabe zur Charakterbildung.

Zuckerberg ist okay. Er führt offensichtlich eine gute Ehe, ist seit über zehn Jahren mit derselben Frau zusammen. Was mich störte, waren seine Freunde. Wir nannten sie FoZ – Friends of Zuck. Sie waren wie der Adel. Furchtbar arrogant.

Was hat Zuckerberg eigentlich vor?

Dieses Unternehmen wird noch lange existieren. Die haben eine große Vision. Ich glaube, dass die EU langfristig gegen Facebook kapitulieren muss.

Warum?

Als die Spanier beispielsweise Google besteuern wollten, haben sie damit einfach nur ihre Newsplattformen ruiniert. Vielleicht bin ich ein arroganter Amerikaner, aber ich finde es lustig, dass die Europäer das Internet regulieren wollen, ohne selber eine einzige globale Internetplattform hervorgebracht zu haben. Sie sollten sich eher darauf konzentrieren.

Kommt bestimmt – Berlin ist ja ein Silicon Valley.

Berlin ist hübsch! Ich hab da drei Monate an meinem Buch geschrieben, viele super talentierte Leute gesehen und verstanden, warum das Silicon Valley nicht kopiert werden kann. In Berlin fehlt es wie in allen anderen Möchtegern-Valleys erstens an Geld, um ein Start-up aufzubauen, und zweitens an Geld, um ein Start-up aufzukaufen. In den USA finanzieren die, die in der ersten Dotcom-Welle Geld gemacht haben, Start-ups. Und nachher werden die von großen Unternehmen teuer eingekauft. Wann hat denn die deutsche Telekom zuletzt ein Drei-Leute-Start-up eingekauft, so wie mich damals Facebook reinholte?

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