Buchtipps für Tierfreunde : Berlin-Stadtführer für Hunde

Gleich zwei Bücher sind erschienen, in denen so gut wie alles steht, was man als Hundefreund in der Großstadt wissen sollte. Und auch mit dem Gerangel zwischen Häufchenärger und Hundeführerschein setzen sich die Werke auseinander.

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Wo kann man in Berlin seine vierbeinigen Freunde toben lassen? Zwei neue Bücher bieten zahlreiche Vorschläge.
Wo kann man in Berlin seine vierbeinigen Freunde toben lassen? Zwei neue Bücher bieten zahlreiche Vorschläge.Foto: dpa

Mehr als 130 000 Hunde soll es in Berlin geben, aber schon lange Zeit ist kein aktuelles Hundebuch mehr erschienen, in dem so gut wie alles steht, was man als Hundefreund in der Großstadt über die Haltung seines vierbeinigen Lieblings wissen sollte. Höchste Zeit also für ein solches Werk über Berlins Großstadtschnauzen. Und jetzt sind sogar gleich zwei dieser Bücher erschienen. Das eine ist ein Stadtführer für Hunde mit dem Titel „Fred & Otto - unterwegs in Berlin“. Das andere heißt „Hundeshauptstadt Berlin. Mit Hundeblick und Berliner Schnauze durch Berlin.“

Blättern wir mal ein wenig in „Fred & Otto“. Das macht richtig Spaß. Eine tolle Auswahl liebevoll zusammengesuchter und präsentierter Fotos wurde da auf den rund 260 Seiten untergebracht. Dieser Bilderbogen zeigt, wieviel Lebensfreude viele Berliner mit ihren „Tölen“ jeden Tag haben, Und – dass Hunde in der Stadt eben keineswegs nur häufchensetzende Lästlinge sind sondern vielmehr liebenswerte, witzige Mitbewohner.

Schon ein Blick ins Inhaltsverzeichnis macht klar, wie umfassend der Verfasser sich bemüht hat, gute Orientierungen in der Berliner Hundewelt zu geben. Es geht um die Frage, wie wählt man den richtigen Hund für sich aus. Es geht um gesundes Futter und die vielen Philosophien, die damit verbunden werden; um Hundeschulen und Gassiservice, Versicherung & Schutz, Gesundheitsfragen wie Kastration und Erste Hilfe, um hippe Hundeläden, die Dog-Society und – Hallelujah – zu guter Letzt um Hundefriedhöfe.

Eine Menge Stoff also, aber keine Angst. Alles ist locker, schön unterhaltsam aufgeschrieben und erfreulich gemixt mit bunten Reportagen über Polizeihunde, Blindenhunde, Hilfshunde für Behinderte, über die Tiertafel und viele andere Hundethemen im Berliner Alltag. Also, dieses Buch sollte man sich als Hundefreund gönnen. Und hübsch verpackt ist es auch ein prima Geschenk für jeden Schnauzen-Liebhaber.

Und nun zur „Hundeshauptstadt“. Auch eine erfreuliche Neuerscheinung. Gleichfalls reich illustriert, aber weniger übersichtlich und intensiv recherchiert wie „Fred & Otto“. Einen hohen Unterhaltungswert hat aber auch dieses Buch, schon alleine durch die amüsanten Bildergeschichten wie „Ludwigs Touristen-Spaziergang“ – ein Basset Hound führt durch die historische Mitte Berlins. Und dann gibt es da noch die 74 Kurzporträts von Berlinern, die sich jeweils mit ihrer Schnauze vorstellen.

Beide Bücher setzten sich auch intensiv mit dem Gerangel um den Hund in der Großstadt auseinander und gehen zwischen Häufchenärger und Hundeführerschein der Frage nach, wie Hundefreunde- und Skeptiker in Berlin besser miteinander auskommen können.

Kurzum, Lohnend sind beide Lektüren, zumal sich nicht allzuviel doppelt, sie sich eher ergänzen. Am besten alle zwei bestellen, als tierisches Lesevergnügen für die Sommerferien.

 Fred & Otto, Stadtführer für Hunde, Fred&Otto, der Hundeverlag, Alexander Schug, 14,90, www.fredundotto.de.

 Hundeshauptstadt Berlin, Smiling Berlin Verlag, Lasse Walter, 12,95 Euro, www.hundeshauptstadt.de.