Würzburg : Rasierklingen unter Anti-Islam-Aufklebern

In Würzburg wurden Anti-Islam-Aufkleber mit Rasierklingen präpariert. Ein Student verletzte sich. Die Polizei ermittelt.

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Rasierklingen unter Aufklebern mit der Aufschrift "Gib Islam keine Chance" in Würzburg. Screenshot Facebook NoWüGIDA
Rasierklingen unter Aufklebern mit der Aufschrift "Gib Islam keine Chance" in Würzburg.Screenshot Facebook NoWüGIDA

Rund um den Hauptbahnhof in Würzburg sind Aufkleber mit der Aufschrift "Gib Islam keine Chance" angebracht und mit Rasierklingen versehen worden. Ein Student, der die bei Twitter von vielen Nutzern "Nazi-Sticker" genannten Aufkleber am Sonntag um 16 Uhr entfernen wollte, verletzte sich leicht, wie die Polizei Unterfranken am Montag in einer Pressemeldung mitteilte. Der Aufkleber war an einem Ampelmast angebracht, die Rasierklinge befand sich darunter.

Der 22- jährige Student, der sich nur oberflächlich verletzte, informierte die Polizei, woraufhin die Beamten weitere präparierte Aufkleber im näheren Umfeld feststellten und entfernten. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Die Kriminalpolizei hat vor Ort Spuren gesichert, die noch ausgewertet werden müssen. "Möglicherweise wurden die Täter beim Anbringen der Aufkleber von Zeugen beobachtet", sagte Polizeikommissar Björn Schmitt.

Daher suche die Polizei nach Zeugen. Wer am vergangenen Wochenende im Bereich des Hauptbahnhofs eine Person beim Anbringen von Aufklebern beobachtet hat, wird gebeten, sich mit der Kripo Würzburg in Verbindung zu setzen (Telefon: 0931/457-1732).

Am Samstag hatte es in Würzburg eine Demonstration gegen Rassismus gegeben. Etwa 1200 Menschen waren in der Innenstadt für Flüchtlinge und gegen Rassismus auf die Straßen gegangen. Das Bündnis "Würzburg lebt Respekt - kein Platz für Rassismus" hatte zu der Demo aufgerufen, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und die steigende Zahl von Übergriffen auf Asylunterkünfte zu setzen. "Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Wir sind stolz, ein Zeichen gesetzt zu haben, dass Würzburg bunt ist und dass rechter Terror in Deutschland nichts zu suchen hat", sagte Frank Kempe, der Initiator der Demonstration. Auf Twitter warnen diverse linke Organisationen und Privatpersonen am Montag vor Rasierklingen unter "Nazi-Aufklebern" - nicht nur in Würzburg.

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