Wirtschaft : ADAC verklagt Tankstellen

Autofahrer akzeptieren E10 weiterhin nicht

Berlin/ München - Der ADAC greift im Streit um den neuen Biosprit E10 nun auch zu juristischen Mitteln. Nach eigenen Angaben erstattete der Automobilclub gegen die Mineralölkonzerne Aral, BP, Jet, OMV und Shell am Dienstag in München Anzeige. Der Club will die Ölmultis auf diesem Wege dazu bringen, an ihren Tankstellen mit E10 auch weiter herkömmliches Super anzubieten – und nicht nur das deutlich teurere Super Plus.

Nach Ansicht des ADAC verstoßen die Konzerne derzeit gegen die gesetzlichen Regelungen für E10. Die Unternehmen weisen die Vorwürfe des Autoclubs hingegen zurück.

Stichproben an Münchener Tankstellen hätten ergeben, dass von den Konzernen unter der Bezeichnung Super ein Kraftstoff in der Qualität Super Plus angeboten werde. Der aber sei mindestens acht Cent pro Liter teurer als das angebotene E10. Das sei eine Rechtsverletzung. Die Praxis, ausschließlich teureres Super Plus anzubieten, „steht in klarem Widerspruch zur gesetzlichen Bestandsschutzregelung“, erklärte der ADAC. Sinn und Zweck der Gesetzesvorgabe sei es, Autofahrern, deren Fahrzeuge das E10 nicht vertrügen, Super-Kraftstoff zu einem fairen Preis anzubieten. Der Automobilclub unterstütze zwar die Einführung von E10. Trotzdem müsse die Wahlfreiheit des Verbrauchers zwischen den Kraftstoffarten erhalten bleiben.

Trotz aller Bemühungen von Politik und Wirtschaft lehnen die deutschen Autofahrer aus Angst vor Motorschäden E10 immer noch ab. Sie tanken stattdessen das teurere Super Plus. „Es gibt keine Trendwende. Der Absatz von E10 beim Ottokraftstoff liegt nur bei 20 bis 25 Prozent“, erklärte ein Total-Sprecher. Auch Aral sagte, dass nur 30 bis 40 Prozent der E10-tauglichen Autos auch tatsächlich damit betankt würden.rtr, dpa

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