Wirtschaft : Auch AOL macht das Surfen im Internet jetzt billiger

HAMBURG (pos/HB).Ab Anfang Dezember wird für die rund 700 000 Kunden von AOL Deutschland einiges billiger.Zwar bleibt die Grundgebühr bei 9,90 DM pro Monat, aber die nutzungsabhängigen Kosten hat der Online-Dienst gesenkt.Im "Standardtarif" sinkt der Preis pro Stunde Online von 6 DM auf 4,95 DM und statt zwei Freistunden gibt es jetzt drei.Neu ist die "AOL-Card" für Abonnenten mit hohem Online-Aufkommen.Bei gleicher Grundgebühr und zwei Freistunden sinkt der Stundenpreis auf 2 DM, wenn die Card für einen Jahresbeitrag von 99 DM abonniert wird.Hinzu kommen jeweils die Telefonkosten.Die neue Tarifstruktur soll angesichts eines verschärften Wettbewerbs vor allem der Kundensicherung dienen.Der Standardkunde soll genug Freieinheiten haben, um die gängigen Aktivitäten wie E-Mail, Online-Banking und Chat ohne Zusatzkosten bestreiten zu können.Die "Heavy-User" sollen nicht aus Kostengründen auf andere Provider ausweichen.

Genau diese Gefahr steigt ständig, da ein heftiger Preiskampf entbrannt ist.Hauptkonkurrent T-Online hat zuletzt deutlich die Preise gesenkt.Auch Anbieter reiner Internet-Zugänge wie Viag Interkom haben mit neuen Tarifen den Markt aufgerüttelt.Sie arbeiten etwa mit Pauschalen oder bieten kostenfreies Surfen zu bestimmten Zeiten.

AOL gehörte bislang nicht zu den günstigsten Anbietern - unter anderem, weil der Aufwand für eigene redaktionelle Online-Dienste hoch ist.Ein weiterer Grund dafür ist laut AOL-Deutschland-Chef Andreas von Blottnitz, daß AOL noch immer die Transportkapazität im Datennetz komplett von der Deutsche Telekom einkaufen muß.

Laut Blottnitz rechnet sich die AOL-Card für Kunden, die mehr als sechs Stunden monatlich im Netz sind.Im Preisvergleich mit T-Online geht es hin und her: Bis drei Stunden führt preislich AOL, von vier bis rund 13 Stunden T- Online, danach wieder AOL.Letztlich sind die Unterschiede aber gering.Auch nach der Preissenkung werde AOL beim Ertrag mit "Plus-Minus-Null" abschließen, sagte Blottnitz.Für Ende 1999 wird die Zahl von einer Million Mitgliedern angepeilt.

Langfristig soll die AOL-Card zum Markenartikel aufgebaut werden.Abonnenten können Internet-Magazine preisgünstiger beziehen und Sondertarife für die Internet-Telefonie bekommen.Ziel ist es, gemäß der Philosophie des Mutterkonzerns Bertelsmann, die Kundenbindungsgeschäfte zu intensivieren, also mit den teuer akquirierten Kunden zusätzliche Geschäfte zu tätigen.AOL wäre dann so etwas wie eine Online-Variante des Buchclubs ohne Abnahmeverpflichtung.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben