Aus drei und vier wird eins : Mobilfunkanbieter O2 kauft E-Plus

Auf dem deutschen Mobilfunkmarkt wird es künftig nur noch drei große Anbieter geben. O2-Mutter Telefonica lässt sich das einiges kosten - um künftig weniger Kosten zu haben.

Kartenwechsel. E-Plus und O2 kommen künftig aus einem Unternehmen.
Kartenwechsel. E-Plus und O2 kommen künftig aus einem Unternehmen.Foto: dpa

Der Mobilfunkanbieter Telefonica mit seiner deutschen Tochter O2 übernimmt vom niederländischen Telekomkonzern KPN dessen deutsche Tochter E-Plus. Damit schließen sich die Nummer drei und vier auf dem deutschen Markt zusammen. Wie KPN am Dienstag mitteilte, zahlt Telefonica Deutschland dafür fünf Milliarden Euro sowie 17,6 Prozent an eigenen Aktien.

Von dem Schulterschluss versprechen sie sich Kostenersparnisse zwischen fünf und 5,5 Milliarden Euro. Nach Abschluss der Transaktion wird es in Deutschland zusammen mit T-Mobile und Vodafone nur noch drei Mobilfunker mit eigenem Netz geben.

Die starke Preiskonkurrenz im deutschen Mobilfunkmarkt und die verstärkte Nutzung bei Textbotschaften von Internetdiensten wie Whatsapp anstelle von SMS lasten auf dem O2-Geschäft. Bei Telefónica Deutschland beschleunigte sich nicht zuletzt deshalb der Umsatz- und Gewinnrückgang im zweiten Quartal.

Der Erlös fiel nach Angaben von Dienstag um 6,2 Prozent auf 1,216 Milliarden Euro, wie das Tochterunternehmen des spanischen Telefónica-Konzerns am Dienstag mitteilte.

Unter den Mobilfunkanbietern in Deutschland hatte nach Angaben der Bundesnetzagentur von Juni im Schlussquartal 2012 die Telekom-Tochter T-Mobile mit 36,6 Millionen Kunden die Nase vorn. Danach folgen Vodafone mit 33,9 Millionen, E-Plus mit 23,4 Millionen und schließlich O2 mit 19,3 Millionen Kunden.

Die Integration des Rivalen wird nach Aussagen von Telefonica lange Zeit in Anspruch nehmen. "Wir müssen zwei sehr große und komplizierte Geschäfte zusammenbringen - das wird dauern", sagte Rachel Empey, Finanzchefin von Telefonica Deutschland.

Die Gesamthöhe der Einsparungen von bis zu 5,5 Milliarden würden deshalb erst 2019 erreicht, ergänzte Unternehmenschef Rene Schuster. Derzeit lasse sich noch nicht sagen, ob und in welchem Maße Stellen abgebaut werden. (dpa)

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