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Bamf : Unterstützung der Flüchtlingshilfe durch Wirtschaftsprüfer gefloppt

Die vier größten Prüfer-Gesellschaften hatten dem Chef des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge personelle Unterstützung versprochen. Doch bislang ist nur ein Mitarbeiter gekommen.

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Schild am Eingang des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.
Schild am Eingang des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.Foto: Christian-Ditsch.de

Die im Frühjahr groß angekündigte Unterstützung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) durch die vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ist gefloppt. Nach Informationen des Tagesspiegels (Montagausgabe) aus Unternehmenskreisen ist von den „Big Four“ - Deloitte, EY, KPMG und PWC – bislang nur ein einziger Mitarbeiter in die Behörde gewechselt.  

Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise hatte im Frühling die Unternehmen um personelle Unterstützung gebeten, um die Behördenmitarbeiter zu entlasten. Die Konzerne hatten diese Initiative seinerzeit medienwirksam begrüßt. Doch obwohl das Bamf bereit gewesen war, ein Jahresgehalt zwischen 56.000 und 67.000 Euro zu zahlen, hat sich bislang unter den Top-Prüfungsunternehmen nur ein Mitarbeiter gefunden.

Auf Tagesspiegel-Anfrage wollte sich kein Vorstand und kein Sprecher der „Big Four“ offiziell dazu äußern, warum die Unterstützung gescheitert ist. Aus Unternehmenskreisen hieß es jedoch, die Bewerbungsfrist sei zu kurz gewesen. Zudem hätten sich Mitarbeiter aus persönlichen Gründen gegen einen Umzug entschieden. Womöglich habe auch die Sorge vor einem Karriereknick eine Rolle gespielt.

Für die kleinere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO scheinen diese Bedenken nicht zu gelten. Einige BDO-Mitarbeiter arbeiten nämlich derzeit für das Bamf.  „Insgesamt 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind temporär für das Bamf tätig, die erste Kollegin seit Ende Juni 2016“, sagte ein BDO-Sprecher dem Tagesspiegel.

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