BERLIN, aber oho : Secondhandguide: Stadtplan für Vintage-Shopper

Kaum eine Stadt hat so viele Secondhandläden zu bieten wie Berlin. Doch wie soll man da den Überblick behalten? Rudolf Heuveling und Carsten Müller haben eine Lösung.

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Secondhand-Experten Heuveling und Müller.
Secondhand-Experten Heuveling und Müller.Foto: Maria Fiedler

Gebrauchte Mäntel, Vintage-Kleider oder getragene Designerstücke: In kaum einer anderen europäischen Stadt gibt es so viele Secondhandläden wie in Berlin. Fast unmöglich, den Überblick über die vielen Geschäfte zu behalten. „Dabei sind die Geschäfte eine gute Alternative zum heutigen Massenkonsum und unserer Wegwerfgesellschaft“, sagt Rudolf Heuveling. Der gebürtige Niederländer sitzt mit seinem Geschäftspartner Carsten Müller in einem Kreuzberger Café, vor ihnen ausgebreitet ist ein Stadtplan, auf dem mit schwarzen Punkten verschiedene Läden eingezeichnet sind.

Es ist schon die siebte Auflage des gedruckten Secondhand-Stadtplans, den Heuveling herausbringt. Gemeinsam mit Müller, der auf interaktive Webprojekte spezialisiert ist, hat er vor anderthalb Jahren beschlossen, seine Arbeit zu digitalisieren. Heute können User in ihrem Browser auf dem PC oder Smartphone die Seite secondhandguide.eu aufrufen und Informationen zu über 300 Vintage-Geschäften finden – Heuveling hat mit fast allen persönlich Kontakt. Besonders bei Touristen ist der Service beliebt – sie brechen mithilfe des Plans zu richtigen „Second-Hand-Touren“ auf.

Vom Stadtplan zur browserbasierten Anwendung: der Secondhand-Guide. Im Bild Erfinder Heuveling und Müller.
Vom Stadtplan zur browserbasierten Anwendung: der Secondhand-Guide. Im Bild Erfinder Heuveling und Müller.Foto: Maria Fiedler

Bislang stellen vor allem die Premium-Partner, also zahlende Secondhandläden, Bilder ihres Ladens und des Sortiments ein. Doch bald wollen Heuveling und Müller auf von Nutzern generierte Inhalte setzen. Beispielsweise könnten User ihre liebsten Second-Hand-Routen erstellen, andere würden diese dann bewerten. Auch über Bewertungen von einzelnen Läden denken die beiden Gründer nach. Künftig soll der Service zudem auch in anderen Städten wie Hamburg, München, Köln oder Leipzig angeboten werden. Eine App soll demnächst der browserbasierten Anwendung folgen. "Bislang haben wir pro Monat 3000 Nutzer auf unserer Seite. Das ist noch ausbaufähig", sagt Müller.

Berlin hat gut 160 000 kleine Unternehmen. Jeweils eines davon stellen wir montags bis freitags vor.

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