Berlusconi-Konzern schließt Millionendeal : Mediaset steigt bei Berliner Zimmervermittler Wimdu ein

Italiens größtes Medienkonglomerat Mediaset investiert in Berlin: Der Berlusconi-Konzern räumt dem Zimmervermittler Wimdu Werbezeit bei seinen TV-Sendern ein und investiert einen Betrag in Höhe von "mehreren Millionen Euro".

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Zimmer frei. Wimdu vermittelt im Internet Unterkünfte.
Zimmer frei. Wimdu vermittelt im Internet Unterkünfte.Foto: Christian Charisius

Es ist eine ungleiche Partnerschaft, die am Donnerstag verkündet wurde: Auf der einen Seite das Berliner Start-up Wimdu. Auf der anderen Seite Mediaset – mit einem Jahresumsatz von 3,5 Milliarden Euro Italiens größtes Medienkonglomerat. Wie der Online-Zimmervermittler dem Tagesspiegel am Donnerstagabend bestätigte, beteiligen sich die Italiener mit einem Betrag in Höhe von „mehreren Millionen Euro“ an dem Berliner Unternehmen. „Wir freuen uns sehr über Mediaset als neuen Investor. Mithilfe dieser Partnerschaft wird es uns gelingen, in kurzer Zeit den europäischen Markt zu erobern“, sagte Wimdu-Geschäftsführer Arne Kahlke. Laut Kahlke erhält das Start-up Werbezeit auf den Fernsehsendern der Mediengruppe. Und öffentliche Aufmerksamkeit können die Berliner gut gebrauchen, denn der Abstand zum Marktführer AirBnB ist weiterhin groß: Laut Unternehmensangaben werden auf Wimdu 300 000 Unterkünfte in 150 Ländern angeboten. Platzhirsch AirBnB wirbt seinerseits mit mehr als einer Million Unterkünften in 190 Ländern.

TV-Werbung hat Zahl der Buchungen ansteigen lassen

Mit Mediaset als neuem Partner hoffen die Berliner, diese Lücke schließen zu können. „In den vergangenen Wochen haben wir den positiven Effekt von TV-Werbung mehr als deutlich gespürt“, sagte Kahlke. Bereits seit Januar wirbt Wimdu intensiv per TV- und Plakatkampagne in mehreren europäischen Ländern. Unternehmensangaben zufolge habe die Werbeoffensive zu einem Anstieg der Buchungen von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum geführt.

Wimdu wurde 2011 in Berlin gegründet und sorgte schon wenig später in der Start-up-Szene für viel Gesprächsstoff: Bei der ersten Finanzierungsrunde wurden rekordverdächtige 90 Millionen Dollar eingesammelt.

Mit Mediaset kann das Start-up nun auf prominenten Zuspruch hoffen. Denn hinter dem Konzern steckt niemand geringeres als der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, dessen Familie über eine Mehrheitsbeteiligung die Geschicke des Konzerns seit langem kontrolliert.

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