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Bundesweites W-Lan-Netz : Telekom verleitet zum Teilen

Ab Dienstag verkauft die Telekom neue Internet-Router, durch die ein deutschlandweites W-Lan-Netz entstehen soll. Kritiker halten das für überflüssig - und fordern stattdessen die Abschaffung der Nutzerhaftung.

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Die Telekom startet den Aufbau des bundesweit größten Wlan-Netzwerkes.
Die Telekom startet den Aufbau des bundesweit größten Wlan-Netzwerkes.Foto: dpa

Teilen ist in. Vieles kann man inzwischen gemeinsam nutzen – Autos, Wohnungen oder Bohrmaschinen. Telekom-Kunden können ab sofort auch ihre heimischen W-Lan-Anschlüsse mit anderen Nutzern teilen. Dazu kooperiert die Telekom mit dem spanischen Anbieter Fon. Das Prinzip ist einfach: Wer seinen drahtlosen Internetanschluss anderen Nutzern zur Verfügung stellt, kann wiederum die Anschlüsse der anderen Teilnehmer mitnutzen. Weltweit umfasse das Netzwerk bereits 8,2 Millionen Anschlüsse, sagt Fon. So muss man unterwegs nicht die oft teuren und meist weniger leistungsfähigen Internetzugänge über Mobilfunk nutzen. Zu den Investoren von Fon gehören unter anderem Google und Skype.

Telekom-Kunden, die sich beteiligen wollen, brauchen dazu ein spezielles Gerät für den Internetzugang. Mit dem neuen Router lässt sich der Internetzugang teilen – in einen persönlich genutzten und in einen öffentlich zur Verfügung gestellten Bereich. Den Router kann man bei der Telekom kaufen oder mieten. Die Nutzung anderer W-Lan-Netze im Netzwerk ist dann kostenlos. Auch wird die von anderen genutzte Bandbreite nicht vom Datenvolumen des Kunden abgezogen, der sein Netz zur Verfügung stellt, versichert die Telekom. Im übrigen habe der Kunde bevorzugten Zugang, wenn die Bandbreite knapp werde und hafte nicht dafür, wenn andere Nutzer das Netz für illegale Machenschaften nutzen.

Gäbe es diese so genannte Nutzerhaftung nicht – wie etwa in Skandinavien –, brauchte man allerdings das neue Angebot der Telekom gar nicht, betont Jürgen Neumann von der Initiative Freifunk. Seit zehn Jahren richten die Mitglieder des Netzwerks offene W-Lan-Netze ein und verbinden diese miteinander. Nun werde dieser freie Frequenzbereich auch noch kommerzialisiert, kritisiert Neumann. Doch die Telekom ist nicht der erste Konzern, der das versucht. Seit November 2012 bietet zum Beispiel auch Kabel Deutschland öffentliche W-Lan-Zugänge an. Inzwischen gibt es 55 Hotspots in Berlin und zehn in Potsdam, geplant sind zunächst 100 Hotspots.

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