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Girokonto : Die Berliner Sparkasse erhöht die Gebühren

Die Postbank hat es vorgemacht, die Berliner Sparkasse macht es nach: Das Regionalinstitut erhöht die Gebühren. Das klassische Girokonto kostet künftig sieben statt vier Euro.

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Wer nun ein Konto bei der Berliner Sparkasse aufmacht, zahlt mehr.
Wer nun ein Konto bei der Berliner Sparkasse aufmacht, zahlt mehr.Foto: dpa

Tanja Müller-Ziegler will gar nicht erst drum herumreden. Statt von den neuen Kontomodellen zu schwärmen, sagt sie, wie es ist: „Wir haben uns für eine Preiserhöhung entschieden.“ Soll heißen: Das Konto bei der Sparkasse wird teurer. Neukunden zahlen schon jetzt mehr, Bestandskunden ab dem 1. Dezember. Der Preis für das klassische Girokonto steigt dann von vier auf sieben Euro, das reine Onlinekonto verteuert sich von zwei auf drei Euro im Monat. „Wir müssen unsere Leistung nicht verstecken, doch die hat auch ihren Preis“, sagt Müller-Ziegler. Und den fordert das Geldinstitut nun ein.

Die Preise steigen kräftig

Dabei sind es längst nicht nur die Gebühren für die Kontoführung, die die Sparkasse anhebt. Auch einzelne Leistungen werden teurer. Zum Beispiel die Bankkarte fürs Girokonto. Lediglich beim teuersten Kontomodell ist weiterhin eine Karte inklusive. Wer dagegen das Onlinekonto wählt, zahlt für die Karte noch einmal 8,50 Euro zusätzlich pro Jahr. Die Sparkasse begründet auch das mit den Kosten – etwa für die Herstellung der Karten. Gleiches gilt für die Kreditkarte. Für die Visacard zahlen Kunden künftig 42 statt bislang 36 Euro, bei der „Kreditkarte Classic“ sind es 39 statt 30 Euro im Jahr. Auch wer seine Münzen zur Bank bringt und aufs Konto einzahlen will, muss dafür draufzahlen: Unabhängig vom Kontomodell kostet das nun 7,50 Euro.
Das zeigt: Kunden müssen künftig noch mehr denn je aufs Kleingedruckte achten. So wird bei denen, die ein reines Onlinekonto führen, zum Beispiel vorausgesetzt, dass sie auch wirklich alles online machen. Ziehen sie sich dann doch mal ihre Kontoauszüge am Auszugsdrucker oder tippen ihre Überweisung am Automaten in der Filiale ein, zahlen sie dafür jedes Mal gleich zwei Euro.

Wer will, kann künftig allerdings auch gleich alle Leistungen einzeln bezahlen: Dafür hat die Sparkasse sich ein neues Konto ausgedacht (Giro Individual), bei dem die Kontoführung zwar nur einen Euro im Monat kostet und damit vergleichsweise günstig ist. Dafür zahlt der Kunde allerdings für alles extra – selbst fürs Geldabheben am Automaten fallen dann 30 Cent an ebenso wie für jede Onlineüberweisung. „Damit kommen wir all denjenigen entgegen, die nur das bezahlen wollen, was sie wirklich genutzt haben“, sagt Müller-Ziegler. Finanziell lohnt sich dieses neue Konto allerdings nur für Kunden, die extrem selten Geld abheben oder überweisen.

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Niedrige Zinsen und steigende Kosten drücken auf den Gewinn

Neben der anhaltenden Niedrigzinsphase begründet das Institut den Preisanstieg vor allem mit den gestiegenen Kosten: etwa mehr Investitionen in die IT und strengere Anforderungen der Aufsichtsbehörden. Deshalb habe an der Preiserhöhung kein Weg vorbeigeführt. Die trifft neben den Privat- auch die Firmenkunden der Sparkasse. Das Firmenkonto „Komfort“ kostet demnächst zum Beispiel 16 Euro im Monat statt bislang 12,50 Euro.

Müller-Ziegler geht davon aus, dass die meisten Kunden den Preisanstieg mitmachen. „Natürlich werden wir ein paar Kunden verlieren“, sagt Ziegler. Doch zum einen erhöhten auch andere Häuser ihre Preise. Zum anderen hätten sie sowohl die Kontomodelle als auch die Zahlungsbereitschaft der Kunden in einer Umfrage untersucht – mit dem Ergebnis, dass ein Großteil durchaus bereit sei, mehr zu zahlen.

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