Gründerzeit 21 : Netzwerke, Marktplätze, Geldgeber

Fünf Macher - fünf Businesspläne.

Morten Freidel

Er dürfte zu den bekanntesten Gesichtern in der Berliner Gründerszene gehören. Für das Gründerzentrum „Factory“ konnte Udo Schloemer einen prominenten Förderer gewinnen: den Internetkonzern Google. Der noch im Bau befindliche Campus ist eine Mischung aus Büro und Veranstaltungszentrum – mitsamt Gastronomie und Fitnessstudio. So soll Talenten ein attraktiver Arbeitsplatz geboten werden. Vorrangiges Ziel ist aber die Vernetzung beteiligter Unternehmer. Junge Gründer sollen von den Erfahrungen der älteren profitieren, umgekehrt könnten die Etablierten vom „Gründergeist“ erfasst werden, erklärt Schloemer.

Auf eine bessere Vernetzung setzt auch Tamo Zwinge von „Companisto“. Er bringt vielversprechende Start-ups und Investoren zusammen. Auf seiner Webseite können Gründer ihren Businessplan veröffentlichen und sich per Videobotschaft vorstellen. Das Kapital soll dann von den Internetnutzern kommen. Im Gegenzug erhalten sie eine Gewinnbeteiligung am Unternehmen. Companisto ist eine Art Aktienmarkt für Gründer. Es gibt reges Interesse: Über 10 000 Facebook-Fans hat das Unternehmen schon.

Das Geschäft der Vernetzung boomt, auch dank Marc Rosenfeld. Der 37-Jährige bietet Pressemeldungen für Verbände in Deutschland an. Dafür arbeitet Rosenfeld mit der Deutschen Presse Agentur (dpa) zusammen. Seine Mitarbeiter schreiben die Meldungen, die dpa verbreitet sie über den Redaktionsticker. In Zukunft plant Rosenfeld, auch Unternehmensblogs anzubieten. Denise Philipp würde gerne mehr Gründerinnen sehen. Sie ist Managerin der Organisation „Geekettes“. Das Ziel: Teilhabe von Frauen bei Start-ups. Dafür werden Diskussionsveranstaltungen und Workshops organisiert – zuletzt exklusiv mit Facebook. „Wir feiern die Frauen der technologischen Szene“, sagt Philipp. Gerade sind die Geekettes dabei, sich als Unternehmensgemeinschaft zu gründen. Man wolle aber eine Non-Profit-Organisation bleiben.

Dagegen möchte der Nachwuchs Geld verdienen. Philipp Fischer und Fabian Cordes wissen aber noch nicht genau womit. Erst wolle man von anderen Gründern lernen. Das alles machen beide neben dem Studium: „um danach bereit zu sein.“ Morten Freidel

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