In London, Paris und Wien : Gründer werben in Pop-up-Stores für Berlin

Berlin will noch mehr Start-ups anziehen. Die Stadt macht deshalb nun an wechselnden Orten in Europa einen Pop-up-Store auf.

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Ende September eröffnet der Londoner Pop-up-Store.
Ende September eröffnet der Londoner Pop-up-Store.Foto: promo

Wer seinen Onlineshop bei Internetmuffeln bekannt machen will, eröffnet einfach ein Geschäft in der realen Welt. Nur temporär, für ein paar Tage, ein paar Wochen, im besten Fall an wechselnden Orten. Pop-up-Store nennt sich dieses Konzept, das vor allem in der Start-up-Szene beliebt ist. Eine gute Idee, dachten sich die Berliner Stadtwerber und – auch das ein aus der Gründerszene bekanntes Prinzip – kopierten sie einfach.

Der Laden öffnet in jeder Stadt nur für eine Woche

Von Ende September bis Mitte Dezember präsentiert sich die Bundeshauptstadt in fünf europäischen Metropolen. „Ich bin mir sicher, dass dieses kreative Stadtmarketing auf Rädern ein Erfolg wird“, sagte Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung von „Pop into Berlin“, wie das Konzept offiziell heißt. Jeweils eine Woche lang sollen Berliner Unternehmen und Kulturschaffende um Touristen und Investoren werben. Am 21. September wird der erste Laden in der Stockholmer Innenstadt öffnen. Nach Stationen in London, Wien und Amsterdam endet die Tour am 12. Dezember in Paris.

Für die Aktion haben sich das Tourismus-Marketing Visit Berlin und die Wirtschaftsförderer von Berlin Partner mit hiesigen Unternehmen zusammengetan, Gesamtbudget: rund eine halbe Million Euro. Neben Geldern aus dem Tourismus-Marketing und von den Sponsoren aus der Wirtschaft beteiligt sich die Berliner Wirtschaftsverwaltung mit einer Viertelmillion Euro aus der sogenannten City Tax. Mit der Abgabe besteuert Berlin seit 2014 Touristen mit fünf Prozent vom Übernachtungspreis. „Diese 250 000 Euro sind gut angelegtes Geld“, betonte Yzer. Mit dem Obolus der Berlin-Touristen von gestern werde die Stadt die Touristen von morgen gewinnen.

Auch Geldgeber sollen so nach Berlin gelockt werden

Und vielleicht auch so manchen Investor. Denn nicht nur bekannte Berliner Marken wie Air Berlin, Ampelmann, IC Berlin oder Thomas Henry sind in den Pop-up-Stores vertreten. Auch Jungunternehmer werben für den Start-up-Standort Berlin. Erst kürzlich hatte eine Studie der Unternehmensberatung EY bestätigt, dass Berlin auf dem Weg ist, London zum zweiten Mal in Folge den Rang als attraktivste Stadt für Wagniskapitalgeber in Europa abzulaufen. In der ersten Jahreshälfte haben private und institutionelle Investoren demnach 1,4 Milliarden Euro in Berliner Gründungen gesteckt. Das sind rund 300 Millionen Euro mehr, als in die britische Hauptstadt flossen.

Darauf wollen die Berliner Wirtschaftsförderer aufbauen und den Besuchern der Stores ein konkretes Bild von den Gründerideen an der Spree geben. „Fünf Berliner Gründer aus der Tech- und Digitalszene erzählen in fünf Städten Europas ihre Erfolgsgeschichten – erlebt und geschrieben in Berlin“, erläuterte Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner. Dabei sind mit 3Yourmind und BigRep gleich zwei Unternehmen aus dem Bereich 3-D-Druck. Panono stellt die erste 360-Grad-Wurfkamera vor, Raumfeld drahtlose Audiosysteme. Und VFX Box soll den kleinen Berliner Roboter Myon, der auch schon zum Ensemble der Komischen Oper gehörte, per Augmented Reality in die Stores projizieren.

Visit-Berlin-Chef Burkhard Kieker glaubt an den Erfolg der Pop-up-Stores: „Schon jetzt gibt es aus den fünf Städten, die wir besuchen werden, großes Interesse.“

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