Internetportale : Altes zu Geld machen

Ebay machte vor über 15 Jahren den Anfang. Inzwischen entdecken immer mehr Internetportale das Potenzial der Geschäfte mit Gebrauchtwaren im Netz. Alternativen zur Onlineauktion haben Hochkonjunktur.

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Es muss nicht immer ebay sein. Tausch- und Gebrauchtwarenbörsen im Internet haben Hochkonjunktur.
Es muss nicht immer ebay sein. Tausch- und Gebrauchtwarenbörsen im Internet haben Hochkonjunktur.Foto: dpa

Smartphones, MP3-Player, Tablet-Computer: Technikfreaks haben in der vergangenen Woche auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA) bestaunen können, was demnächst in die Läden kommen wird. Auch Apple-Fans können bereits anfangen, für das neue iPhone 5 zu sparen. Aber was passiert dann mit den alten Geräten, die meist gar nicht so alt sind, aber von den neuen verdrängt werden? Schätzungen zufolge liegen europaweit Elektrogeräte im Wert von rund zehn Milliarden Euro in häuslichen Schubladen herum – voll funktionsfähig. Nicht nur ausgediente Geräte, auch viele Musik-CDs, DVDs oder PC-Spiele lagern unbenutzt daheim. Man könnte zwar all diese Dinge auf Ebay anbieten, aber nicht immer hat eine solche Aktion auch Erfolg – sei es, dass niemand interessiert ist oder die Artikel zu billig weggehen. Es gibt jedoch Alternativen.

BÜCHER, DVDS, CDS UND PC-SPIELE

Der Berliner Online-Dienst Momox kauft gebrauchte Bücher, CDs, DVDs und PC-Spiele an. Das Verfahren ist simpel. Zu Beginn registriert man sich kostenlos mit seiner E-Mail-Adresse. Um ein Kaufangebot zu erhalten, tippt der Verkäufer einfach den Barcode von der Rückseite der Verpackung des Artikels in ein Web-Formular. Sofort wird auf der Internetseite angezeigt, wie viel Momox für die Ware bezahlt. Am Ende druckt man einen Lieferschein aus und packt diesen zusammen mit dem Artikel in ein Paket, das dann an Momox verschickt wird. Die Mitarbeiter von Momox überprüfen den Inhalt und stellen sicher, dass der Artikel gut erhalten ist. Ist alles in Ordnung, erhält der Verkäufer eine Status-E-Mail, kurz darauf bekommt er sein Geld überwiesen. Für Joseph Vogls „Das Gespenst des Kapitals“, das derzeit in den Bestsellerlisten steht, bezahlt Momox beispielsweise 7,97 Euro. Bei Elektrogeräten läuft es ähnlich: Bei Smartphones und Handys muss der Verkäufer zuerst angeben, ob das Gerät netzabhängig ist oder nicht, und in welchem Zustand es sich befindet. Für ein schwarzes Apple iPhone 4 (3GS, 32GB) ohne Netzbindung und in einem „sehr guten“ Zustand erhält man 246,05 Euro. Die Versandkosten übernimmt Momox.

Es gibt weitere Online-Dienste, die nach dem gleichen Prinzip wie Momox funktionieren. Zum Beispiel www.rebuy.de, die für Joseph Vogls Buch 8,92 Euro bezahlen, für ein iPhone 4 (3GS, 32GB, mit original Lieferumfang) 410 Euro. Der Versand ist ab 30 Euro gratis. Bei www.ichkaufealles.de bekommt man für „Das Gespenst des Kapitals“ 7,02 Euro. Allerdings gibt es dort einen Mindestankaufswert von zehn Euro und man muss mindestens fünf Artikel verkaufen. Versandkosten werden übernommen, allerdings nur bis zu vier Euro.

Seit Mitte August mischt auch Amazon mit seinem Trade-in-Programm mit. Das Prinzip ist dasselbe wie bei Momox oder Rebuy, gilt jedoch nur für Bücher. Auch hier muss man ISBN-Nummer oder Titel ins Suchfenster eingeben, anschließend kann man zwischen verschiedenen Zustandsbeschreibungen wählen. „Gut“ bedeutet etwa, dass das Buch wenig Gebrauchsspuren aufweist, keine Notizen, kaum Unterstreichungen, keine zerrissenen oder zerknitterten Seiten. Der DHL-Versand eines Artikels ist kostenlos, einen Einkaufsgutschein für amazon.de erhält man in der Regel nach zwei Werktagen. Für Joseph Vogls „Das Gespenst des Kapitals“ bezahlt Amazon 6,90 Euro. Der Eintausch-Preis für ein gebrauchtes Buch orientiert sich am Neupreis sowie an der Kundennachfrage.

ELEKTROGERÄTE

Auf www.wirkaufens.de kann man fast alles Elektronische verkaufen: Handys, iPods und MP3-Player, Navigationsgeräte, Digitalkameras, Spielekonsolen und MacBooks. Für ein iPhone 4 (ohne SIM-Lock, Ladekabel vorhanden, Batterie in Ordnung, neuwertiger Zustand) erhält man 386 Euro.

AUTOS

Auf Portalen wie www.mobile.de und www.autoscout24.de kann man seinen Wagen zum Verkauf anbieten oder einen Gebrauchtwagen von anderen kaufen. Laut einer Studie des CAR-Centers Automotive Research an der Uni Duisburg-Essen werden 90 Prozent des Gebrauchtwagenangebots durch Online-Börsen abgedeckt. Um ein Auto verkaufen zu können, muss man sich auf der Internetseite registrieren. Danach trägt man die Daten des Autos in das Online-Formular ein und wartet, bis sich Interessierte melden.

FAHRRÄDER
Auch Zweiräder lassen sich übers Internet verkaufen: Ob Mountainbike oder Zubehör, alles kann auf der Online-Fahrradbörse www.pedalantrieb.de angeboten werden. Erst muss man sich online registrieren, dann kann man verkaufen.

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