Karriere : Körpersprache hilft bei der Karriere

Coaches geben Tipps für das Bewerbungsgespräch

Sabine Maurer (dpa)

Bewusst wird Körpersprache nur von wenigen Menschen eingesetzt. Doch jede innere Bewegung, Gefühle, Emotionen, Wünsche drücken sich durch unseren Körper aus, wie Samy Molcho es formuliert, der wohl bekannteste Experte in Sachen Körpersprache. Im Beruf kann eine positive Körpersprache den Weg auf der Karriereleiter beschleunigen. Bewerber, die dabei Fehler machen, kann das aber auch ausbremsen.

Die Körpersprache fängt bei den Füßen an und geht bis zur Kopfhaltung. Wenn die Fußspitzen geradeaus oder nach innen zeigen, wirkt dies unsicher. Wer breitbeinig steht, wirkt standfest und realistisch. Geschlossene Füße machen einen zurückhaltenden bis devoten Eindruck.

Stehen mit geknickter Hüfte wird von vielen Frauen bevorzugt, es wirkt bei ihnen Nähe suchend. Wenn Männer so stehen, mache das einen coolen und lässigen Eindruck, erklärt die Personaltrainerin und Buchautorin Nadine Kmoth aus Hamburg. Die Ausstrahlung von Selbstbewusstsein geht hauptsächlich über den Oberkörper. Wer aufrecht steht, gilt als aufrechte Persönlichkeit – auch wenn das nicht unbedingt so sein muss.

Ralph Schlieper-Damrich, Geschäftsführer der Beratungsfirma Perspektivenwechsel in Lützelburg bei Augsburg, lässt in seinen Seminaren zunächst zwei Teilnehmer sich gegenübersitzen. Der eine muss dem anderen sagen, wie seine Körpersprache auf ihn wirkt. „Das ist manchmal für die Leute nicht ganz einfach, aber sehr lehrreich“, sagt er.

Die Teilnehmer, in der Regel Führungskräfte, lernen, ihre Körpersprache gezielt einzusetzen. Sie müssen beispielsweise Reden halten, die Filmaufnahmen davon werden analysiert. Da erfährt zum Beispiel ein Mann von seiner Wirkung, wenn er ständig die Hände in die Hosentaschen steckt. Und eine Frau kommt ins Grübeln, weil sie sieht, dass sie die ganze Zeit mit hängenden Schultern ihren Vortrag gehalten hat.

Bewerber fallen am positivsten durch einen offenen und freundlichen Eindruck auf. Bei mehreren Gesprächspartnern sollten sie den Augenkontakt zu allen suchen und nie auf den Tisch oder die Wand starren. Keinen guten Eindruck hinterlassen sie, wenn sie vor Nervosität mit dem Stuhl kippeln oder mit den Fingern auf den Tisch trommeln. „Das kann dem Bewerber Chancen verbauen“, warnt Güntzer. Wer sich vom Gegenüber wegdreht, demonstriert Unsicherheit oder gar Angst.

Einzelne solcher Gesten fallen vielleicht noch nicht auf. Der Eindruck verstärkt sich, wenn mehrere zusammenkommen: „Wer nur die Arme verschränkt, wirkt nicht automatisch unfreundlich“, sagt Nadine Kmoth. Wer dazu noch seinen Kopf etwas wegdreht und seine Fingernägel betrachtet, kann sich aber sicher sein, damit nicht gut anzukommen. Sabine Maurer (dpa)

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