Wirtschaft : Lego kehrt in die Gewinnzone zurück

pos/hast

Lego wird 2001 wieder schwarze Zahlen schreiben. Das sagte Poul Plougmann, Vorstand für das operative Geschäft beim Spielzeug-Konzern Lego A/S, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Jahr 2000 war für das Unternehmen aus dem dänischen Billund das schlechteste in der 70-jährigen Firmengeschichte gewesen - mit einem Verlust von 134 Millionen Euro bei einem Umsatz von 1,25 Milliarden Euro.

Der Erfolg der Produkte um den Zauberlehrling Harry Potter habe viel zu dem guten Ergebnis beigetragen. "Die Nachfrage nach Harry-Potter-Produkten ist größer als die Produktion", sagt Plougmann. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass Potter zum meistverkauften Spielzeug von Lego werden könnte.

Nach der gelungenen Grundsanierung will Plougmann nun das nächste Problemfeld angehen: Legos eklatante Schwäche im Bereich Interaktive Spiele. Dazu ist der Spielekonzern eine dreijährige weltweite Partnerschaft mit dem Weltmarktführer bei Videospielen, Electronic Arts (EA) Inc. aus dem kalifornischen Redwood City, eingegangen. EA soll Lego-Spiele mitproduzieren und vermarkten. Vor allem auf den erfolgreichen neuen Spielekonsolen - speziell Nintendos Gamecube und Sonys Playstation 2 - soll Lego-Software präsent sein.

Finanzielle Details gibt der öffentlichkeitsscheue Lego-Konzern nicht bekannt; Beobachter rechnen über die Laufzeit aber mit einem dreistelligen Millionenvolumen. EA-Chef Larry Probst erhofft sich viel von der Partnerschaft: "Wir haben ähnliche Abkommen mit Square, Fox und Lucas Entertainment. Aber das hier könnte größer werden als die alle zusammen", sagt er. Lego-Manager Plougmann glaubt allerdings, dass der Umsatz seines Unternehmens mit interaktiven Spiele "unter 25 Prozent" des Gesamtumsatzes bleiben werde. Legos größtes Problem ist, dass sich Kinder ab zehn bis elf Jahren von Lego ab- und Computern und Videospielen zuwenden. Trotz mehrfacher Anläufe war es Lego nie gelungen, seinen Markennamen auch im digitalen Kinderzimmer zu etablieren. Das soll sich jetzt ändern. EA und Lego verbindet schon heute eines: ihre Freude an ihren Lizenzen für Harry Potter. Electronic Arts verkaufte in nur drei Wochen fünf Millionen Potter-Software-Pakete. Bei einem branchenüblichen Händlerabgabepreis von 30 Dollar wäre das ein Umsatz von 150 Millionen Dollar - und das bei einem Jahresumsatz von EA von 1,4 Milliarden Dollar. Bislang ist EA Spezialist für Sport- und Actionspiele für Erwachsene; als Markenname ist die Firma weitgehend unbekannt - im Gegensatz zu Lego, einem der stärksten Markennamen der Welt. Davon hofft EA zu profitieren. An attraktiven Produkten mangelt es jedenfalls nicht. Speziell die "Bionicle"-Serie von Lego hat sich schon einen Kultstatus im Internet erobert. Und im Gegensatz zu Harry Potter fallen da keine horrenden Lizenzgebühren an.

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