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Müllentsorgung : "Die Hälfte der Einwohner hat keine Biotonne"

Peter Kurth, Präsident des Verbandes der Energiewirtschaft, beklagt "Staatswirtschaft" in der Müllbranche.

Alfons Frese
Peter Kurth, Chef des Bundesverbands der Entsorgungswirtschaft.
Peter Kurth, Chef des Bundesverbands der Entsorgungswirtschaft.Foto: Mike Wolffl

Die  Müllwirtschaft sieht sich von der Politik in die Enge getrieben. "Die privaten Entsorger geraten zunehmend unter Druck durch die Gesetzgebung, die in vielen Fällen der verlängerte Arm der Kommunen ist", sagte Peter Kurth, Präsident des Verbandes der Entsorgungswirtschaft (BDE) dem Tagesspiegel (Montagausgabe). Die "kommunale Lobby" versuche "Gesetze zu bekommen, die die Staatswirtschaft fördern", sagte Kurth. Besonders ausgeprägt sei der Trend zur Rekommunalisierung in Süddeutschland, wo "25 Jahre nach dem Ende der VEB-Strukturen in Ostdeutschland die volkseigene Wirtschaft wieder Triumphe feiert".

 

Dabei würden die Kommunen schon jetzt nicht ihrem Auftrag gerecht. Nach dem Gesetz müsste seit Anfang dieses Jahres der Biomüll getrennt werden, "doch die Hälfte der Einwohner hat keine Biotonne, weil die Kommunen, vor allem die Großstädte, den Aufwand scheuen", sagte Kurth. Dabei sei das Potenzial der Speisereste erheblich. "Wenn wir alle Haushalte mit einem Behälter für Bioabfall versorgen würden, rechnen wir mit zwei Millionen Tonnen zusätzlicher Masse für die Biogasanlagen", sagte der BDE-Präsident dem Tagesspiegel.

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