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Niedrigzinspolitik : Erste Volksbank nimmt Strafzinsen von Sparern

Wer Erspartes auf dem Tagesgeldkonto bei der Volksbank Niederschlesien parkt, zahlt als Neukunde drauf. Treffen soll das vor allem institutionelle Anleger.

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Kleine Banken bekommen Probleme, weil institutionelle Anleger ihr Geld bei ihnen parken wollen. Foto: imago/Christian Schroedter
Kleine Banken bekommen Probleme, weil institutionelle Anleger ihr Geld bei ihnen parken wollen.Foto: imago/Christian Schroedter

Es ist ein Tabubruch. Durch die Hintertür verlangt eine Bank aus Görlitz erstmals einen Strafzins ab dem ersten Euro auf dem Tagesgeldkonto. Bislang haben zwar etliche Institute bereits einen Negativzins für vermögende Kunden eingeführt, wenn sie besonders hohe Summen auf dem Girokonto liegen gelassen haben. An die kleineren Guthaben hat sich bis jetzt jedoch noch keiner herangetraut. Der Mutige, der das nun ändert, ist Sven Fiedler, Vorstand der Volksbank Niederschlesien. Wer ein neues Tagesgeldkonto bei seinem Institut eröffnet, zahlt eine monatliche Gebühr von fünf Euro aufwärts. Weil es jedoch nur 0,01 Prozent Zinsen gibt, steht für den Kunden am Jahresende unterm Strich ein Minus. Wer so etwa 10 000 Euro anlegt, hat nach einem Jahr nur noch 9941 Euro übrig. Er zahlt also einen Strafzins von 0,6 Prozent.

Diese Konditionen gelten allerdings nur für Neukunden. Bestandskunden müssten für ihr Tagesgeldkonto erstmal weiterhin keine Gebühren zahlen. „Unsere Kunden sind von den Gebühren für das VR FlexGeld also überhaupt nicht betroffen“, sagt Fiedler dem Tagesspiegel. Außerdem werde ihnen nun nach und nach angeboten, ihr Erspartes auf ein kostenloses, noch dazu besser verzinstes Sparbuch zu übertragen.

Die Bank will keine Gelder von institutionellen Anlegern mehr

Warum aber macht Fiedler sein Tagesgeld-Konto dann für Neukunden jedoch unattraktiv? „Wir wollen nicht, dass externe Kunden und Institutionen hohe Summen auf Tagesgeld-Konten unserer Bank parken, um Negativzinsen bei ihren bisherigen Banken zu entgehen.“ Zuletzt habe es zu viele Anfragen institutioneller Anleger gegeben, die auf der Suche nach einer sicheren Anlage waren. Für Fiedlers Institut wurde das zu teuer, schließlich zahlt es selbst bei der Zentralbank einen Minuszins, wenn es dort Einlagen parkt.

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