Wirtschaft : Ostdeutsche Uran-Gebiete fast saniert Wismut wird aber noch Milliarden kosten

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Berlin - Die Sanierung der ehemaligen Uranabbaugebiete in Sachsen und Thüringen ist zu 80 Prozent abgeschlossen, wird aber noch Milliarden Euro kosten. Das sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) auf einem Festakt anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Wismut GmbH in Berlin. Diese bundeseigene Gesellschaft hat zur Aufgabe, die Umweltschäden zu beseitigen, die durch den Abbau des radioaktiven Erzes zwischen 1945 und 1990 durch die sowjetisch geführte Wismut AG entstanden sind.

Seit 1991 sind bereits 5,6 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt in die Sanierung der Standorte geflossen. Bis zum Jahr 2022 sind weitere Mittel genehmigt, so dass der Betrag dann auf mindestens 6,4 Milliarden Euro steigen wird. „Am Ende dürfte die Sanierung der Gebiete sogar weit mehr als sieben Milliarden Euro kosten“, sagte Rösler. Die Investition sei aber „jeden Cent wert“. Zudem habe Wismut über die Jahre hochqualifizierte Experten ausgebildet, die bei ähnlichen Projekten – etwa in Tschechien oder Estland – gebraucht werden würden.

Die Wismut AG beschäftigte in ihren Hochzeiten in den 50er und 60er Jahren mehre hunderttausend Menschen – viele davon wurden zur Arbeit gezwungen, erlitten strahlungsbedingte Krankheiten oder starben direkt bei Unfällen. Ende der 80er Jahre war die Wismut AG die viertgrößte Uran-Produzentin der Welt und beschäftigte zur Wende noch 28 000 Mitarbeiter. Der Uran-Bergbau hinterließ rund 1500 Kilometer unterirdische Stollen und teils kilometergroße Gruben über Tage. Die Rechtsnachfolgerin als GmbH beschäftigt heute noch rund 1500 Mitarbeiter, die etwa mit der Grundwasserüberprüfung beschäftigt sind.

Michael Vassiliadis, Chef der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), lobte, dass der Personalabbau, den Wismut im Zuge der Sanierung über sich ergehen lassen muss, „sozial verträglich“ abläuft. Kevin P. Hoffmann

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