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Preise steigen : Weiter Immobilien kaufen

Niedrige Zinsen und steigende Mieten machen den Kauf von Eigentumswohnungen und Häusern attraktiv - vor allem in Großstädten wie Berlin und im Süden Deutschlands, sagt eine neue Studie im Auftrag der Postbank.

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Begehrt. Attraktive Stadtwohnungen in Großstädten wie Berlin ziehen immer noch Investoren an.
Begehrt. Attraktive Stadtwohnungen in Großstädten wie Berlin ziehen immer noch Investoren an.Foto: Imago

Billig sind Immobilien in vielen Städten schon lange nicht mehr, dennoch kann sich der Kauf auch jetzt noch lohnen – das meint zumindest die Postbank. Nach einer von ihr in Auftrag gegebenen Prognos-Studie gewinnen Eigenheime und Eigentumswohnungen vor allem in Süddeutschland bis zum Jahr 2025 noch erheblich an Wert. Unter den zehn Topkreisen mit dem größten Wertsteigerungspotenzial finden sich neun Regionen aus Bayern und Baden-Württemberg, allen voran der Landkreis und die Stadt München. Einzig die Universitätsstadt Münster auf Platz sechs stört die Dominanz des Südens.

Grafik: Anna Schmidt

Berlin und Umgebung bleiben attraktiv

Auch für Berlin sagt Prognos in der am Donnerstag vorgestellten Studie steigende Preise voraus. In der Hauptstadt und im Speckgürtel könne man ähnlich viel versprechende Immobilien finden wie in Süddeutschland. Gleiches gilt nach Meinung der Forscher für Dresden und Jena. Dagegen würden weite Teile Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Thüringens und Mecklenburg-Vorpommerns mit einem starken Bevölkerungsrückgang kämpfen – das drückt den Wert der Immobilien. Prognos hat für alle 402 deutschen Kreise und kreisfreien Städte untersucht, wie sich der Wert der dort gelegenen Immobilien bis zum Jahr 2025 entwickeln wird. In die Beurteilung sind neben Einkommen und anderen ökonomischen Daten auch Kennzahlen wie die Leerstandsquote, die Zahl der Transferleistungsempfänger, Verbraucherinsolvenzen, Arbeitsplatzdichte und Alter der Bevölkerung eingeflossen.
Glaubt man Prognos, sind die Bedingungen für den Wohnungs- und Hauserwerb in den meisten Regionen gut. In einem Drittel der Kreise und Städte können Eigentümer nach Einschätzung der Forscher damit rechnen, ihre Immobilien in Zukunft mit Gewinn zu verkaufen, das betrifft vor allem den Süden Deutschlands und die Metropolen. „Mit Blick auf die Zukunftsindikatoren kann sich der Umzug ins Eigenheim selbst im vergleichsweise teuren München rechnen“, sagte Georg Hoogendijk, Geschäftsführer von Postbank Immobilien, am Donnerstag. In einem weiteren Drittel sei die Wertentwicklung langfristig zumindest stabil. Nur in Ostdeutschland sehen die Prognos-Forscher schwarz – mit Ausnahme einiger attraktiver Standorte.
Mit ihrer Untersuchung ist die Postbank deutlich optimistischer als die Bundesbank. Die Bundesbanker sehen den Preisanstieg bei Immobilien nämlich durchaus mit Sorge – vor allem in den Ballungsräumen. „In den Großstädten weichen die Preise für Wohnimmobilien im Durchschnitt vermutlich um 25 Prozent nach oben ab“, hatte die Bundesbank bereits im Februar die aus ihrer Sicht überteuerten Immobilien bemängelt. Im vergangenen Jahr haben sich nach Berechnungen der Bank Wohnimmobilien in 125 Städten um durchschnittlich 6,25 Prozent verteuert, Eigentumswohnungen in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf im Schnitt sogar um neun Prozent.


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