Schuldenkrise : Deutschland profitiert von Griechenlandkrise

Deutschland blute finanziell aus, hieß es häufig in der Debatte um die Griechenlandkrise. Eine Studie zeigt nun, dass die Bundesrepublik finanziell von den Verwerfungen in Südosteuropa profitiert.

Die Griechenlandkrise hat Deutschland viel Geld eingebracht. Selbst nach Abzug möglicher platzender Kredite ist das Saldo positiv.
Die Griechenlandkrise hat Deutschland viel Geld eingebracht. Selbst nach Abzug möglicher platzender Kredite ist das Saldo positiv.Foto: Oliver Berg/dpa

Deutschland profitiert einer Studie zufolge finanziell stark von der Krise in Griechenland. Seit deren Ausbruch 2010 sei der deutsche Staatshaushalt um rund 100 Milliarden Euro oder gut drei Prozent im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt entlastet worden, erklärte das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Montag. Diese Summe lasse sich zumindest zum Teil direkt auf die Krise zurückführen. “Diese Einsparungen übertreffen die Kosten der Krise - selbst dann, wenn Griechenland seine Schulden komplett nicht bedienen würde.“ Der deutsche Anteil an den bisherigen Rettungspaketen für Griechenland wird auf rund 90 Milliarden Euro beziffert. “Deutschland hat also in jedem Fall von der Griechenland-Krise profitiert.“ Die Wissenschaftler erklärten, wegen der Krise versuchten Investoren, ihr Geld sicher anzulegen und kauften bevorzugt deutsche Staatsanleihen, denen von allen großen Ratingagenturen ein sehr geringes Risiko bescheinigt werde.

Wenn Griechenland zu heiß wird, flüchten die Anleger in deutsche Staatsanleihen

“Jedes Mal, wenn es für die Finanzmärkte in den letzten Jahren negative Neuigkeiten zum Thema Griechenland gab, fielen die Zinsen auf deutsche Staatsanleihen.“ So seien die Zinsen auf Bundesanleihen im Januar an einem einzigen Tag um 0,3 Punkte gesunken, als sich ein Sieg der inzwischen regierenden Syriza-Partei abzeichnete. Auch die Anleihen anderer Länder - etwa die der USA, Frankreichs oder der Niederlande - hätten profitiert, “aber in einem deutlich kleineren Ausmaß“. (Reuters)

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