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Schwarze Zahlen im Quartal : Zalando setzt verstärkt auf mobiles Geschäft

Der Berliner Onlinehändler Zalando will weiterhin rasant wachsen. Das soll aber nicht mehr auf Kosten des Gewinns gehen.

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Die Schuhe sind da. Mit seinem Schuhversand machte sich Zalando einen Namen. Inzwischen verkaufen die Berliner alles, was sich von Kopf bis Fuß tragen lässt.
Die Schuhe sind da. Mit seinem Schuhversand machte sich Zalando einen Namen. Inzwischen verkaufen die Berliner alles, was sich von...Foto: dpa

Der Online-Modehändler Zalando nähert sich der Gewinnzone. Im zweiten Quartal 2014 seien schwarze Zahlen erreicht worden, sagte Vorstand Rubin Ritter am Freitag. Es sei bereits das zweite Mal gewesen, dass in einem Quartal Gewinne erzielt wurden. Für das gesamte erste Halbjahr stehe damit voraussichtlich eine schwarze Null, kündigte Ritter an.

"Wir freuen uns sehr über die Ergebnisse", sagte Ritter bei einer Telefonkonferenz. Ob das Unternehmen auch am Jahresende tatsächlich eine schwarze Null vorweisen kann, ließ Ritter offen. Da es in den einzelnen Quartalen saisonale Schwankungen gebe, müsse man mit längerfristigen Prognosen vorsichtig sein, sagte Ritter.

40 Prozent der Kunden kommen schon über mobile Geräte

 Das Unternehmen wolle auch in Zukunft weiter wachsen, dabei aber profitabel bleiben. Um das zu erreichen, richte sich der Blick verstärkt auf die Kundschaft. So will das Unternehmen unter anderem den Bereich "mobile" ausbauen.

Derzeit kommen mehr als 40 Prozent der Besucher über mobile Endgeräte von Smartphones oder Tablets auf die Internetseiten von Zalando. Für sie soll es künftig zusätzliche Möglichkeiten geben, um Bestelltes zu bezahlen. So will Zalando es möglich machen, Pakete direkt bei der Übergabe an der Haustür per Barcode-Scan zu bezahlen.

Börsengang steht eventuell noch dieses Jahr an

Der Nettoumsatz stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres nach vorläufigen Zahlen um fast 30 Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro. Die deutliche Verbesserung sei vor allem Optimierungen beim Wareneinkauf, bei Logistik und Marketing zu verdanken. Als enormer Kostenfaktor gilt in der gesamten Branche das Retourenmanagement.

Mehr als jedes zweite bestellte Kleidungsstück geht nach Schätzung von Experten zurück an den Versender. Für das gesamte Geschäftsjahr blieb Ritter vorsichtig: Die Gewinnschwelle werde eventuell nicht ganz erreicht.

Noch in diesem Jahr könnte der Modehändler einen Börsengang wagen. Banken sind laut früheren Medienberichten bereits damit betraut. Geschäftsführer Ritter wollte sich an "Spekulationen" nicht beteiligen. "An unserer Position hat sich nichts verändert: Wir äußern uns dazu nicht." (mit dpa)

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