Wirtschaft : Sonne im Osten: Solarfabrik in Marzahn eröffnet

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Glänzend. Ein Inventux-Mitarbeiter prüft eines der ersten Module. Foto: ddp

Berlin - Es scheint nicht selbstverständlich, dass der Regierende Bürgermeister einer Stadt mit mehr als 3,4 Millionen Einwohnern an der Eröffnung einer Fabrik teilnimmt, in der später maximal 120 Menschen arbeiten sollen. Und doch fuhr Klaus Wowereit (SPD) am Donnerstag in den östlichen Stadtteil Marzahn, um dort das Werk des Solarmodulherstellers Inventux einzuweihen.

Die Eröffnung hat vor allem eine hohe symbolische Bedeutung für die Stadt. Inventux’ Plan, eine Solarfabrik in Berlin zu errichten, galt unter Fachleuten zunächst als kleine Sensation. Denn das Unternehmen setzt auf die sogenannte Dünnschicht-Technik. Diese ist lange nicht so etabliert wie die für konventionelle Solarmodule, die man heute auf den meisten Hausdächern sieht.

Der Plan galt auch deshalb als kühn, weil der Osten der Stadt nach der Wende als Industrieproduktionsstandort quasi zusammengebrochen war. 50 Millionen Euro, darunter auch Fördergelder, sollen insgesamt investiert werden, um die Produktion wiederzubeleben. Das hat in Adlershof gut funktioniert. Dort sitzen bereits Berlins größter Modulhersteller Solon sowie mehrere Forschungseinrichtungen. Groß war das Erstaunen, als herauskam, dass Inventux – statt nach Adlershof zu gehen – lieber nach Marzahn zog, in eine ehemalige Halle des Schienenfahrzeugherstellers Bombardier.

Bei Inventux sei das Konzept zur Zusammenführung von Wissenschaft und Wirtschaft aufgegangen, lobte Wowereit. Die Firma war eine der letzten von etwa 30 Berliner Solarfirmen, die ankündigten, in Serienfertigung zu gehen. Jetzt ist sie eine der ersten, die es wirklich tun. In einem Jahr soll die Produktion ganz hochgefahren sein: Dann will Inventux jährlich Module mit einer Fläche von 60 Fußballfeldern produzieren. Das würde genügen, um etwa 7500 Vierpersonenhaushalte mit Strom zu versorgen. kph

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