Übernahmestreit bei Tengelmann/Kaiser's : Ein Viertel des Filialnetzes könnte nicht an Edeka gehen

Das Kartellamt hatte Bedenken. Nun gibt sich Tengelmann beim Übernahmestreit kompromissbereit. Es könnten nicht alles 451 Filialen an Edeka gehen.

Edeka möchte die rund 451 Supermärkte von Tengelmann komplett übernehmen.
Edeka möchte die rund 451 Supermärkte von Tengelmann komplett übernehmen.Foto: dpa

Im Streit um die geplante Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch Edeka signalisieren die beiden Unternehmen Kompromissbereitschaft. Wie das Düsseldorfer "Handelsblatt" am Donnerstag berichtete, sieht ein neuer Vorschlag vor, ein Viertel der Tengelmann-Supermärkte an andere Unternehmen zu verkaufen. "Gemeinsam mit unserem Vertragspartner Edeka haben wir uns entschlossen, der Behörde im Laufe des Tages ein deutlich erweitertes Zusagen-Angebot (...) zu machen", zitierte das Blatt Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub.

Das Bundeskartellamt hatte zuvor starke Vorbehalte gegen die Übernahme des kompletten Filialnetzes von Kaiser's Tengelmann durch den Marktführer Edeka angemeldet. Interesse an den Supermärkten hat auch das wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehörende Unternehmen Kaufland angemeldet.

Nun ist das Kartellamt am Ball

Haub schrieb laut "Handelsblatt" in einem Brief an die Mitarbeiter von Kaiser's Tengelmann weiter, in dem neuen Vorschlag "bieten wir dem Amt nahezu ein Viertel des heute bestehenden Filialnetzes zur Abgabe an Dritte an". Das Unternehmen sei überzeugt, damit den wettbewerblichen Bedenken "mehr als genügend Rechnung zu tragen". Nun werde "zeitnah" eine Rückmeldung des Kartellamts erwartet.

Edeka wollte nach dem bisherigen Stand die 450 Filialen von Kaiser's Tengelmann in Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen zum 30. Juni 2015 kaufen. Das Kartellamt begründete seine Einwände damit, dass dann vielerorts nur noch zwei Nahversorger mit umfassendem Warensortiment zur Verfügung stünden, neben Edeka noch Rewe mit den jeweiligen Discounter-Töchtern Netto und Penny. Eine Entscheidung will die Behörde bis zum 7. April treffen. (dpa)

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