W-Lan im Krankenhaus : Bett mit Anschluss

In vielen Krankenhäusern ist der Handyempfang schlecht, immer mehr Berliner Kliniken bieten ihren Patienten deshalb W-Lan an - teilweise jedoch gegen hohe Gebühr.

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Schnelle gesund werden Patienten sicher nicht, wenn sie im Netz surfen - aber immerhin vertreibt es die Zeit im Krankenhaus.
Schnelle gesund werden Patienten sicher nicht, wenn sie im Netz surfen - aber immerhin vertreibt es die Zeit im Krankenhaus.Foto: Wavebreak

Auf eines ist eigentlich in fast allen Krankenhäusern Verlass: schlechter Empfang. Wer vom Krankenbett aus mobil telefonieren oder im Netz surfen will, muss sich auf der Suche nach einer guten Verbindung oft so verrenken, dass schon der nächste Bruch droht. Dabei sind Patienten dankbar, wenn sie sich online die Zeit vertreiben oder Zuspruch von den Liebsten auch per Telefon oder WhatsApp bekommen können. Das haben nun auch viele Berliner Krankenhäuser erkannt: Sie bieten ihren Patienten W-Lan an – allerdings unter bestimmten Voraussetzungen.

Kein W-Lan auf der Intensivstation

Im DRK-Klinikum Westend haben Privatpatienten keinen Fernseher mehr am Bett, sondern ein iPad, mit dem sie fernsehen und kostenfrei im Netz im hauseigenen W-Lan surfen können. Die meisten Patienten bringen ohnehin ihre eigenen mobilen Geräte mit. Deshalb soll das Netz auch auf anderen Stationen bald zur Verfügung stehen. Es gibt aber Ausnahmen: In der Neonatologie, in der Intensivstation und strahlungsintensiven Abteilungen wie dem MRT-Labor sind mobile Geräte nicht erlaubt. Eine ähnliche Regel gibt es im Sana Klinikum Lichtenberg, das bereits seit vier Jahren ein kostenfreies W-Lan anbietet. Vor allem jüngere Patienten nutzen diese Möglichkeit, wie eine Sprecherin sagt.

Das Vivantes will hingegen auch den Patienten auf der Intensivstation die Internetnutzung erleichtern und hier das W-Lan-Netz ausbauen. Dies steht bereits an fast allen Standorten zur Verfügung. Eine Woche kostet zwölf Euro, bei längeren Aufenthalten gibt es Rabatt. Die Nachfrage wachse stetig.

"Das gehört heute zum Service dazu"

Seit Anfang des Jahres bietet auch das Martin-Luther-Krankenhaus in Wilmersdorf seinen Patienten ein kostenfreies W-Lan an. „Das gehört heute zum Service dazu“, betont Sprecherin Martina Conradt. „Und wir können feststellen, dass die Patienten jetzt noch zufriedener sind.“

Auch das St. Joseph Krankenhaus in Tempelhof rüstet derzeit auf, bereits seit Herbst 2015 gibt es W-Lan unter anderem auf den Stationen für Gynäkologie, Orthopädie, Innere Medizin und für die Privatpatienten. Für Letztere ist die W-Lan-Nutzung kostenlos, Kassenpatienten zahlen fünf Euro pro Tag, aber nicht mehr als 25 Euro im Monat, falls ein längerer Aufenthalt erforderlich ist. Patienten werden um Rücksichtnahme gebeten, wer seine Lieblingsserie auf dem Laptop schauen möchte, sollte dies mit Kopfhörern tun.

Im Helios-Klinikum Emil von Behring haben Patienten auf fast allen Stationen W-Lan-Empfang, 60 Minuten kosten zwei Euro, 24 Stunden acht Euro, eine Woche 19 Euro. Auf großes Interesse stößt das kostenfreie W-Lan auch in der anthroposophischen Klinik Havelhöhe, wo es auf den Zimmern keine Fernseher gibt mit dem Ziel, dass die Patienten komplett abschalten sollen – nur wollen das eben nicht alle. Deshalb haben sie seit Sommer 2015 die Möglichkeit, mit eigenen Geräten im hauseigenen Netz zu surfen. Selbstverständlich auch mit Kopfhörern, um die Mitpatienten nicht zu stören.

Die Charité plant einen Ausbau des Netzes

Die Charité gehört zu den wenigen Berliner Klinken, in der es bisher kein W-Lan gibt, ein entsprechender Ausbau werde aber diskutiert, sagte eine Sprecherin. Bislang können nur die Patienten in der Campus-Klinik in Mitte an Multimedia-Stationen, die ihnen am Bett zur Verfügung stehen, im Netz surfen.

Im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann erhalten Patienten an der Rezeption die Zugangsdaten fürs hauseigene W-Lan-Netz, das es dort seit 2014 gibt. Kostenfrei für Wahlleistungspatienten, alle anderen Gäste zahlen pro Tag fünf Euro und bis zu 30 Euro im Monat. Insbesondere in der Kinderklinik und der Geburtshilfe sei die Nachfrage groß – kein Wunder, wollen die stolzen Eltern doch die ersten Bilder ihres Babys so schnell wie möglich an Familie und Freunde verschicken.

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