Warenhauskonzern : Karstadt will 2000 Stellen abbauen

Die Krise erschüttert auch den Warenhauskonzern Karstadt: 2000 Stellen will das Unternehmen bis 2014 streichen - nach eigenen Angaben so sozialverträglich wie möglich. In der Region Berlin-Brandenburg hat die Karstadt-Gruppe derzeit rund 3000 Mitarbeiter.

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Karstadt will 2000 Stellen streichen.
Karstadt will 2000 Stellen streichen.Foto: dpa

Der Warenhauskonzern Karstadt will 2000 Stellen abbauen. Das teilte das Unternehmen am Montag in Essen mit. Der Stellenabbau solle bis Ende 2014 so sozialverträglich wie möglich erfolgen. Derzeit hat Karstadt rund 25.000 Beschäftigte. Wie viele Mitarbeiter in Berlin und Brandenburg von den Stellenstreichungen betroffen sind, ist noch unklar.

Die Maßnahmen seien schmerzhaft, aber notwendig, sagte Karstadt-Chef Andrew Jennings laut Mitteilung. „Karstadt muss seine Organisation anpassen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Der Stellenabbau soll vor allem über Frühpensionierungen, die Nichtverlängerung von befristeten Verträgen sowie freiwilligen Austritt erfolgen. Karstadt verwies auf „herausfordernde Marktbedingungen“ der Euro-Schuldenkrise. Das Unternehmen wolle seine Strukturen und Prozesse weiter vereinfachen und damit das Unternehmen langfristig auf die „passende Größe“ bringen.

Der Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Christoph Schmitz, nannte die Ankündigung des Kaufhauskonzerns „ein falsches Signal an Kunden und Beschäftigte“. Er sagte dem Tagesspiegel, die Beschäftigten hätten in den vergangenen Jahren durch Verzicht auf tarifliche Leistungen ihren Beitrag geleistet, um das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu führen. Gerade deshalb seien  Drohungen mit Stellenstreichungen „völlig verfehlt“. Notwendig seien statt „kurzsichtigem“ Abbau von Jobs Investionen in die Modernisierung von Filialen und die Sortimentsgestaltung.

Wie sich die Sparpläne von Karstadt regional auswirken, ist Verdi bisher nicht bekannt. Schmitz wies darauf hin, dass Karstadt mit dem Abbau von 2000 Stellen 2000 Vollzeitstellen meine. Tatsächlich hat das Unternehmen nach Angaben der Gewerkschaft derzeit rund 24.000 Mitarbeiter, aber nur 18.000 Vollzeitstellen. Demnach würde etwa jede neunte Stelle gestrichen. Die Landesfachbereichsleiterin Handel für Berlin und Brandenburg, Erika Ritter, ergänzte, neben dem Kadewe mit rund 1400 Mitarbeitern betreibe der Konzern in Berlin weitere sieben Warenhäuser, außerdem eines in Potsdam. In der Region Berlin-Brandenburg habe die Karstadt-Gruppe damit derzeit schätzungsweise 3000 Mitarbeiter.

Karstadt war 2010 nach einer Bieterschlacht von dem Investor Nicolas Berggruen aus der Insolvenz übernommen worden. Karstadt kündigte an, zum 1. September zum Flächentarifvertrag zurückzukehren. Ende August läuft ein Sanierungstarifvertrag aus. Mit dem befristeten Verzicht auf Gehaltsbestandteile wie Urlaubs-und Weihnachtsgeld hatten die Mitarbeiter damals einen Beitrag zum Erhalt des traditionsreichen Unternehmens geleistet. Einer möglichen Verlängerung der Kürzungen hatte die Gewerkschaft Verdi eine Absage erteilt. (mit dpa)

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