Werbung für Smoothie : "Samengenuss"-Werbeplakate in München verboten

Ein Getränke-Anbieter wirbt deutschlandweit mit provokanten Plakat-Sprüchen. In München und Stuttgart hatte man Einwände.

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Die Smoothi-Werbung auf einem Privatgelände in der Leopoldstraße in München.
Die Smoothi-Werbung auf einem Privatgelände in der Leopoldstraße in München.Foto: Promo

"Bei Samenstau schütteln" - das steht auf einem Werbeplakat für einen Smoothie mit Chia-Samen. Oder auch: "Oralverzehr - schneller kommst du nicht zum Samengenuss". Während die Berliner Stadtverwaltung diese Werbesprüche ohne mit der Wimper zu zucken durchwinkte, hatte man in München und Stuttgart einige Bedenken. Von vier Plakaten wurde nur eines erlaubt. Der Slogan "Besamt und Befruchtet" hat es geschafft, die zwei genannten und "2 Samenspender aus gutem Hause" wurden "zensiert", wie es der Bonner Getränkeproduzent "true fruits" in einer Pressemeldung formuliert.

Ein Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft bestätigte dem Tagesspiegel, man habe die Werbung im Zuständigkeitsgebiet, also in U-Bahn, Tram und Bus, nicht zugelassen. "Wir sind der Auffassung, dass die Motive/Sprüche gegen die guten Sitten verstoßen. Dies wollen wir unseren Fahrgästen nicht zumuten." Der Smoothie-Produzent reagierte und gestaltete neue Plakate für München. Auf diesen teilt das Unternehmen mit, dass es verpflichtet wurde, seine Plakate zu zensieren, da diese anstößige und geschmacklose Äußerungen enthalten sollen. Auf Privatgrundstücken kann "true fruits" die Plakate zudem weiterhin "unzensiert" aufhängen - und hat dies auch getan. Zwei Riesenposter sind auf der Briennerstraße und auf der Leopoldstraße zu sehen.

"Warum dürfen wir als Unternehmen nicht so kommunizieren, wie wir es auch privat machen? Wir finden die Sprüche lustig", sagte Marketingchef Nicolas Lecloux. "Als wir erfuhren, dass München unsere Plakate nicht erlaubt, wollten wir der Stadtverwaltung nicht klein beigeben und haben auf diese Weise gehandelt. Wir lassen uns den Mund und Humor nicht verbieten."

Neben Berlin haben neun weitere Städte die Werbung erlaubt, darunter Hamburg, Dresden und Frankfurt. Im Süden allerdings scheint man sich etwas schwerzutun mit der provokanten Werbekampagne. Auch in Stuttgart habe man die Plakate verboten, sagte "true fruits". Eine Pressesprecherin der Stadt Stuttgart teilte dem Tagesspiegel mit, man habe die Kampagne nicht untersagt, sondern der Werbe-Firma Ströer lediglich empfohlen, die Plakate nicht aufzuhängen. Dem vorausgegangen sei ein Gespräch mit der Gleichstellungsstelle der Stadt, die die Motive als zweideutig und sexuell anzüglich eingestuft hätten.

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