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Wissenschaftsstadt Berlin : Neue Forscher-Plattform soll Verbrauchern helfen

Neue Gesetze zu machen wird immer schwieriger. Ein Verbund von Berliner Forschern soll der Politik nun dabei helfen - es geht vor allem um Verbraucherfragen.

Carsten Brönstrup
Was sollte man kaufen, was besser nicht? Eine Lebensmittel-Ampel kann in dieser Frage helfen - doch dazu braucht es wissenschaftliche Expertise. Die will das DIW nun konzentrieren.
Was sollte man kaufen, was besser nicht? Eine Lebensmittel-Ampel kann in dieser Frage helfen - doch dazu braucht es...Foto: dpa

Rund um das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) entsteht eine neue, fächerübergreifende Forschungsplattform. Am Berlin Centre for Consumer Policies (BCCP) sollen nach Informationen des „Tagesspiegels“ sieben renommierte Forschungsinstitutionen aus der Hauptstadt ihre Erkenntnisse über Verbraucherschutz-, Wettbewerbs- und Steuerpolitik austauschen. Das DIW hoffe, diesen Themen mithilfe des BCCP „zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen“, sagte Institutspräsident Marcel Fratzscher dem Blatt. Für die Plattform gebe es keinen besseren Standort als die Hauptstadt, weil es um den direkten, interdisziplinären Austausch der Forschungsergebnisse mit der nationalen und internationalen Politik gehe.

Die Themen Verbraucher, Wettbewerb und Steuern würden bislang zu sehr aus der Einzelperspektive betrachtet, sagte der künftige BCCP-Sprecher und DIW-Forscher Tomaso Duso. Doch schon beim scheinbar einfachen Thema Kennzeichnung von Lebensmitteln mithilfe einer Ampel müssten viele Disziplinen Beiträge leisten – Verhaltensökonomen wüssten etwas darüber, wie Kennzeichnungen auf Kunden wirken, Nahrungsmittelforscher und Agrarökonomen könnten zwischen guten und schädlichen Stoffen unterscheiden. Die verschiedenen Disziplinen sollten am BCCP regelmäßig zusammenkommen, um Parlamentariern und Ministern Ratschläge anzubieten. „Damit können wir optimale Grundlagen für bessere Politik und Gesetze legen“, urteilte Duso.

Beteiligt sind neben dem DIW die Freie, die Humboldt- und die Technische Universität, die European School auf Management an Technology, die Hertie School of Governance sowie das Wissenschaftszentrum. Dem Zentrum, das offiziell 2015 gegründet werden soll, steht ein Etat von 2,5 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

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