AhA : Warum gibt es mehr Sandkörner als Sterne?

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Sterne und Sand sind häufige Symbole für die Unzählbarkeit. Schon in der Bibel heißt es, die Nachfahren Abrahams sollten so zahlreich sein „wie Sterne am Himmel und Sand am Ufer des Meeres“. Nun möchte ein Leser wissen, mit wie vielen Nachkommen zu rechnen ist.

Thorsten Lisker vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg schätzt, dass das sichtbare Universum zehn Trilliarden Sterne umfasst. „Es gibt ungefähr 100 Milliarden Galaxien und 100 Milliarden Sterne pro Galaxie.“ Allerdings überblicken wir nur einen Teil des Alls.

Die Zahl der Sterne ist nicht konstant. Heute entstehen weniger Sterne als in den ersten Jahrmilliarden nach dem Urknall. Doch ist der Anteil der langlebigen Sterne so hoch, dass weniger Sterne verglühen als neue hinzukommen.

Auch die Zahl der Sandkörner nimmt zu, da kleine Körnchen länger leben. Wüstensand prallt beim Transport durch Wind aneinander. Die Ecken werden abgeschlagen, er rundet ab. Je feiner der Quarzsand, umso resistenter ist er gegen weiteren Abrieb.

Die Korngröße entscheidet auch darüber, wie viele Sandkörner in einen Würfel von einem Meter Kantenlänge passen. Bei groben, griesartigen Partikeln von einem Millimeter Durchmesser sind es zirka eine Milliarde Sandkörner, bei 0,2 Millimeter feinem Sand 100 Milliarden. Noch feinerer Dünensand sprengt die Billionengrenze.

In der Sahara dominierten an der Oberfläche 0,1 bis 0,2 Millimeter große Sandkörner, erläutert die Geografin Barbara Sponholz von der Uni Würzburg. Denken wir uns ganz Deutschland einen Meter hoch damit bedeckt. Das ergäbe 350 Milliarden Würfel, von denen jeder gut 100 Milliarden Sandkörner enthält, macht: 35 Trilliarden.

Nun ist die Sahara 26 Mal so groß wie Deutschland. Sponholz schätzt, dass ein Drittel davon mit Sand bedeckt ist. In manchen Teilen sind nur die obersten zehn bis 30 Zentimeter lockerer Sand. Dagegen können geologische Becken dutzende Meter hoch mit Sand gefüllt sein. Und die höchsten Dünen sind bis zu 400 Meter hoch.

Nicht ganz unwahrscheinlich, dass es allein in der Sahara mehr Sandkörner als Sterne im All gibt. Die Crux: Auch diese Rechnung ist womöglich auf Sand gebaut. Australische Astronomen schätzten 2003 die Zahl der Sterne im sichtbaren Universum auf 70 Trilliarden und waren felsenfest der Ansicht, dass diese Zahl die der Sandkörner bei Weitem übertreffe. Thomas de Padova

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