Charité : Karl Max Einhäupl soll bleiben – interimsmäßig

Die Charité ist auf der Suche nach einer Nachfolge für den Klinikchef. Der Regierende Bürgermeister soll mit Einhäupl verhandeln, wie lange er noch im Amt bleibt.

Karl Max Einhäupl, der Vorstandsvorsitzende der Charité.
Karl Max Einhäupl, der Vorstandsvorsitzende der Charité.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Karl Max Einhäupl, seit dem Jahr 2008 der Vorstandsvorsitzende der Charité, soll das Uniklinikum nicht noch eine weitere Amtsperiode leiten. Das beschloss der Personalausschuss des Aufsichtsrats, wie aus der Charité zu erfahren ist. Der Aufsichtsratsvorsitzende – Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller – bekam demnach aber den Auftrag, mit Einhäupl einen Zeitraum auszuhandeln, in dem Einhäupl der Charité noch nach dem Ende seiner regulären Amtszeit im Jahr 2018 zur Verfügung steht. Damit soll Zeit gewonnen werden, um eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu gewinnen, heißt es aus der Charité. Aktuell werde eine Firma gesucht, die mit der Headhunting-Aufgabe beauftragt werden kann.

In der Berliner Politik erfreut sich Einhäupl besonderer Wertschätzung

An der Charité war es durchaus nicht ausgeschlossen worden, dass Einhäupl, obwohl er bereits 70 Jahre alt ist, noch eine dritte fünfjährige Amtszeit absolviert. In der Berliner Politik erfreut er sich besonderer Wertschätzung, weil es ihm gelang, das Defizit der Charité abzutragen und einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.

Ob, und wenn ja, wie lange Einhäupl nach 2018 noch bleibt, hängt von seinen Verhandlungen mit dem Regierenden Bürgermeister ab. Der Personalausschuss soll eine Frist unterhalb von drei Jahren gesetzt haben. Allerdings sollen Personen aus Einhäupls Umkreis berichtet haben, der Charité-Chef habe andere Angebote – sodass er der Charité womöglich schon deshalb nicht mehr lange zur Verfügung stehen werde. Einhäupl reagierte am Dienstag nicht auf eine Anfrage.

Dass der Aufsichtsrat sich mit der Personalie nicht schon früher befasst hat, soll dort damit begründet worden sein, man habe Einhäupl nicht durch eine frühe Entscheidung zur lame duck machen wollen. akü

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben