Reine Formsache Folge 3 : Hot-Stone-Massage: Lava auf der Haut

Manche glauben, sie stamme aus Hawaii, andere sagen aus China. Fest steht: Eine Hot-Stone-Massage wirkt anregend und löst Verspannungen

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In der Steintherme Belzig in Brandenburg stehen Hot-Stone-Massagen hoch im Kurs.
In der Steintherme Belzig in Brandenburg stehen Hot-Stone-Massagen hoch im Kurs.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Auf dem Rücken reihen sich die Steine entlang der Vertiefung der Wirbelsäule. Schön glatt und leicht und vor allem: schön warm! Basaltsteine können besonders gut Wärme speichern.

„Von Nation zu Nation unterscheiden sich die Materialien, die für Massagen eingesetzt werden“, sagt Stephan Buhs, Leiter des Wellnesszentrums im Vabali Spa Berlin. „In Italien wird Carrara-Marmor genutzt, im Ostseeraum der Bernstein.“ Auch Edelsteine wie Tigerauge und Jade können dem Masseur als verlängerte Hand bei der sogenannten Hot-Stone-Behandlung dienen. „Es gibt Therapeuten, die ihre Steine selbst sammeln. Das ist vielleicht die authentischste Form, aber auch die extravaganteste“, sagt Buhs.

Die Hot-Stone ruft nicht nur das Gefühl von Entspannung und Wärme hervor, sie kann auch gut Muskelverspannungen lösen und den Lymphfluss anregen. Dafür braucht es allerdings mehr als eine Behandlung. Auch kalte Steine können bei der Massage kurz zum Einsatz kommen, um die Durchblutung anzuregen. Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, erhöhtem Blutdruck, entzündlichen Gelenkerkrankungen und auch Schwangere sollten auf die Massage verzichten.

Im Vabali Spa beginnt die Behandlung mit einer kurzen klassischen Massage, bei der der Körper mit einem wärmenden Aromaöl wie Honig, Rose, Lavendel oder Sanddorn auf die im Wasserbad auf etwa 60 Grad erhitzten Steine vorbereitet wird. Die Steine haben unterschiedliche Formen und Gewichte und werden, je nach Körpergröße und Staturdes Klienten ausgewählt. Der Rücken kann zum Beispiel mit einem schwereren Stein massiert werden als die Füße. „Ein tolles Gefühl können kleine polierte Steine oder Kugeln zwischen den Zehen hervorrufen“, erklärt Stephan Buhs. „Denn dort verlaufen auch Energiebahnen.“

Die Massage hat einen statischen und einen dynamischen Teil. Man liegt mit dem Rücken auf erwärmten, mit einem Handtuch bedeckten, großen, flach geschliffenen Steinen, während Bauch oder Dekolleté mit kleineren Steinen massiert werden – mal mit der ganzen Oberfläche, mal nur mit der Kante. Und wenn sie etwas abgekühlt sind, können sie auch auf dem Körper abgelegt werden und dort ihre Restwärme abgeben.

Der Ursprung der Massage ist nicht eindeutig. Für manche liegt er auf Hawaii, für andere in China. Bekannt ist, dass viele asiatische, aber auch nord- und südamerikanische Kulturen heiße Steine für Rituale und Heilzwecke nutzten. In Deutschland hat sich die Hot-Stone-Massage als Wellness- und therapeutische Behandlung Ende der neunziger Jahre etabliert. Die Behandlungszeiten variieren, je nach Anbieter, zwischen 45 und 60 Minuten, im Vabali Spa sogar 80 Minuten. „So erfüllt die Massage auch einen therapeutischen Aspekt“, sagt Stephan Buhs.
www.vabali.de. Der Preis für eine 80-minütige Hot-Stone-Massage liegt bei 98 Euro. Die Massage kann dort nur in Kombination mit einem Eintritt in die Saunalandschaft gebucht werden.

Alle Teile der Tagesspiegel-Serie "Reine Formsache" finden Sie hier.

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