Islamische Theologie an der HU : „Alevitischen Zweig aufbauen“

Das neue Institut für Islamische Theologie an der Humboldt-Uni könnte die Aleviten über Bundesmittel mit einbeziehen, schlägt der SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz (SPD) vor

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Neue Bundesmittel könnten dabei helfen, die islamischen Theologien an Universitäten breiter aufzustellen, mein der SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz.
Neue Bundesmittel könnten dabei helfen, die islamischen Theologien an Universitäten breiter aufzustellen, mein der...Foto: picture-alliance/ dpa

Swen Schulz, Haushaltsexperte für die SPD im Bundestag, schlägt vor, „den bislang bundesweit noch fehlenden alevitischen Zweig“ in den Zentren für Islamische Studien mit Bundesmitteln auszubauen. Das könne auch ein Ansatzpunkt für eine Bewerbung Berlins um zusätzliche Bundesmittel sein, erklärte Schulz. „Ich würde mich sehr freuen, wenn es gelingt, eine Bundesförderung an die Humboldt-Universität zu holen und damit das Islam-Institut noch interessanter und besser zu machen.“

Auf Drängen der SPD-Fraktion habe der Haushaltsausschuss drei Millionen Euro jährlich zur Verfügung gestellt, mit denen die Forschung an den bisher fünf Standorten für Islamische Theologie unterstützt werden soll. So sollten dort weitere Forschungslehrstühle, Nachwuchsgruppen und Vernetzungsprojekte geschaffen werden. Aktuell läuft dazu bereits ein Verfahren, bei dem die Länder Interessen bekunden können. Die Förderung könne im Herbst 2017 anlaufen.

Aus dem Gründungsprozess des Instituts für Islamische Theologie an der HU hat sich die Alevitische Gemeinde schon früh zurückgezogen, wie Sabine Kunst, Präsidentin der HU, am Montag bei der Vorstellung des Gründungsbeauftragten des Instituts erklärt hatte.

Monika Grütters fordert vom Senat, die Katholische Theologie zu stärken

Die CDU-Landesvorsitzende Monika Grütters unterstützt den umstrittenen Vorschlag, die Gründung des Instituts an der HU dazu zu nutzen, eine große multireligiöse Fakultät aufzubauen, der dann protestantische, katholische, jüdische und muslimische Theologinnen und Theologen angehören würden: „Auch in Berlin kommt offenbar langsam an, wie sich diese Stadt im Geiste des Humboldt-Forums und der Barenboim-Said-Akademie für die Kulturen und Religionen der Welt öffnet“, erklärte Grütters. Sie forderte Müller auf, „der katholischen Theologie in der Berliner Wissenschaft endlich eine angemessene, starke Position zu verschaffen“.

An der FU gibt es die Katholische Theologie seit 1957/1958. Im Jahr 1986 hatte das Land Berlin mit dem Erzbistum eine Ausstattung mit vier Professuren vereinbart. Das Seminar an der FU hat aber seit Langem nur zwei. Aus Sicht der Kirche verstößt das Land damit gegen die Vereinbarung. Der Senat plant nun, die beiden Professuren von der FU an die HU zu verschieben. Im Zuge dessen sollen dort zusätzlich zwei Juniorprofessuren für Katholische Theologie eingerichtet werden. Diese sollen ab dem Jahr 2022 in zwei entfristete Professuren (W2 und/oder W3) umgewandelt werden.

In den neuen Hochschulverträgen heißt es dazu, Voraussetzung sei die Verständigung zwischen FU und HU, deren Gremien zuzustimmen haben, sowie die Zustimmung des Erzbistums. Eine solche Zustimmung liegt der Senatsverwaltung für Wissenschaft aber noch nicht vor, wie sie auf Anfrage mitteilte.

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