Islamische Theologie in Berlin : Imam-Ausbildung kommt an die Humboldt-Uni

In Berlin werden ab Herbst 2018 Imame ausgebildet. Nach langen Diskussionen hat die HU den Zuschlag für das Institut für islamische Theologie bekommen.

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Betende Männer knien in einer überfüllten Moschee und blicken nach vorne zum Imam.
Mit der Institutsgründung kommt die Humboldt-Universität auch der steigenden Nachfrage nach islamisch-theologischen Studiengängen...Foto: Mike Wolff

Nach langem Hin und Her hat die Humboldt-Universität (HU) den Zuschlag für das geplante Institut für Islamische Theologie bekommen. Wie die Wissenschaftsverwaltung und die HU am Donnerstag bekannt gaben, startet die Gründungsphase im kommenden Jahr – mit einer Anschubfinanzierung von 500.000 Euro durch das Land Berlin.

Studienbetrieb ab Herbst 2018

Das HU-Institut solle „nach derzeitiger Planung“ im Sommersemester 2017 eingerichtet werden, den Studienbetrieb soll es im Wintersemester 2018/19 aufnehmen, heißt es.
An dem Institut sollen wie berichtet Imame, Religionslehrer und Sozialpädagogen ausgebildet werden. Die Institutsgründung folgt einer Empfehlung des Wissenschaftsrats, die islamische Theologie ebenso wie die evangelische und katholische an den Universitäten zu etablieren. Daraufhin wurden seit 2011/12 an fünf Uni-Standorten mit Bundesmitteln Islam-Zentren errichtet. Berlin hatte sich damals nicht um ein Zentrum beworben.

Kein Geld vom Bund: Finanzierung über Hochschulverträge

Als sich Senat und Unis im März 2015 doch noch auf eine Gründungsinitiative auch in Berlin einigten, war es zu spät für die Bundesförderung. Die Berliner Forderung, nachträglich in das Programm aufgenommen zu werden, lehnte das Bundesforschungsministerium ab. Nun soll die dauerhafte Finanzierung über die Hochschulverträge geregelt werden.

Lange umstritten war auch, an welcher Berliner Uni das Institut entstehen sollte. Noch im Frühjahr dieses Jahres hatten die HU und die Freie Universität erklärt, sie wollten eine gemeinsame Trägerschaft. Dabei ging es auch um befürchtete Konflikte mit den Berliner Islamverbänden um die theologische Ausrichtung des Instituts. Die Verantwortung dafür wollte man sich gerne teilen.

Islam-Institut "für multireligiöse Stadt notwendig"

Jetzt traut sich die HU, die mit ihrer großen evangelischen Theologie von vornherein vom Senat favorisiert wurde, die Institutsgründung alleine zu. Ein solches Institut sei „für eine multikulturelle und multireligiöse Stadt wie Berlin notwendig“, erklärte Präsidentin Sabine Kunst. Die HU käme damit auch der steigenden Nachfrage nach islamisch-theologischen Studiengängen nach. Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will die Uni bei den Verhandlungen mit den Islam-Verbänden, die etwa bei der Berufung der Professuren beteiligt werden, unterstützen: „Ein enger Dialog ist eine wichtige Erfolgsvoraussetzung für das Institut."

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