Kreative Fachhochschule : Neues Zentrum für Kultur und Informatik an der HTW

Computerspiele für öffentliche Plätze oder Informationssysteme für Museen: Solche Anwendungen werden am neuen Zentrum für Kultur und Informatik der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft erforscht. Jetzt wurde es auf dem Campus in Oberschöneweide feierlich eröffnet.

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Energiegeladen. In die dunkle Glashülle des neuen Zentrums sind eine Photovoltaikanlage und eine Medienfassade integriert. Foto: HTW
Energiegeladen. In die dunkle Glashülle des neuen Zentrums sind eine Photovoltaikanlage und eine Medienfassade integriert.Foto: HTW

Das Computerspiel Pacman vs. Blinky könnte öffentliche Plätze und Bahnhöfe beleben. Es wird auf eine Wand projiziert, Passanten werden zu Spielern, indem sie die Figuren mit Körperbewegungen lenken, die durch eine 3-D-Kamera übertragen werden. „Die Leute könnten miteinander spielen, anstatt aneinander vorbeizulaufen“, sagt Florian Conrad am Dienstag im neuen Zentrum für Kultur und Informatik der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Auf dem Campus in Oberschöneweide ist auf 2000 Quadratmetern ein Labor für computergestützte künstlerisch-technische Anwendungen entstanden.

HTW-Präsident Michael Heine freut sich bei der Eröffnungsfeier über die neuen Räume für die Forschung an seiner Fachhochschule, die nun endlich mehr Platz zum Wachsen habe. 3,8 Millionen Euro hat der Neubau auf dem HTW-Campus Wilhelminenhof gekostet, das Geld kommt vor allem aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) und aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR. Mit knapp 12 000 Studierenden auch auf dem Campus an der Treskowallee in Karlshorst ist die HTW die größte FH Berlins.

Am Forschungs- und Weiterbildungszentrum für Kultur und Informatik (FKI) wollen Hochschulforscher gemeinsam mit Kreativunternehmern Anwendungen der Zukunft entwickeln und erproben. Beim Transfer der Kommunikationsprojekte vom Campus in die Wirtschaft helfen auch die Weiterbildungsangebote des FKI und ein Beratungsmobil. Wissenschaftsstaatssekretär Knut Nevermann wünschte den Akteuren „wechselseitige Inspiration“.

Die schwarze Glasfassade des vom Berliner Büro Numrich, Albrecht und Klumpp entworfenen Neubaus am Spreeufer folgt nicht nur einer durchaus umstrittenen architektonischen Mode. Mit einer Photovoltaikanlage erzeugt der Glaskasten auch Energie für den Eigenbedarf. Gleichzeitig ist die Oberfläche auf der Nordseite eine Medienfassade, mit der experimentiert wird, auf der Forschungsergebnisse kommuniziert, „Public Gaming“ und interaktive Medienkunst gezeigt werden.

Erprobt werden am FKI auch Augmented-Reality-Szenarien. Diese „erweiterte Realität“ kommt zum Einsatz, wenn im realen Handybild eines Gebäudes Informationen dazu eingeblendet werden. In anderen Projekten geht es um Informationssysteme für Museen oder um das Internet der Dinge, in dem etwa Druckerpatronen mittels eines Chips signalisieren können, dass sie nachbestellt werden müssen.

Viele der Projekte betreibt die HTW schon länger, verstreut über verschiedene Standorte und Fachgebiete. Im neuen Zentrum können sich die Forschergruppen nun interdisziplinär austauschen und ihre Projekte öffentlich präsentieren. Veranstaltet wird dort auch das „Spreeforum Informationsgesellschaft“ der HTW, in dem einmal monatlich aktuelle Themen der Netz-, Daten-, und Technologiepolitik diskutiert werden. Am Eröffnungsnachmittag ging es um Fragen wie Informationsfreiheit und präventive Datensammlungen.

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