Plagiatsfall : FDP-Politikerin Mathiopoulos verliert Doktortitel

Die Universität Bonn entzieht der FDP-Politikerin Margarita Mathiopoulos den Doktortitel. Jetzt dürfte sie auch ihre beiden Honorarprofessuren verlieren - eine davon in Potsdam.

Jan Kixmüller
Margarita Mathiopoulos. Die Politikern leitet das "Transatlantische Forum" der FDP.
Margarita Mathiopoulos. Die Politikern leitet das "Transatlantische Forum" der FDP.Foto: dpa

Die Universität Bonn entzieht der FDP-Politikerin Margarita Mathiopoulos den Doktortitel. Das habe der Fakultätsrat in seiner heutigen Sitzung bestätigt, erklärte die Uni am Mittwoch. Prüfer hätten in ihrer Dissertation über 320 Stellen gefunden, in denen die Originalquelle systematisch nicht ordnungsgemäß zitiert worden sei, hieß es. Mathiopoulos’ Anwälte kündigten umgehend eine Klage gegen den Beschluss der Universität an.

Mathiopoulos dürfte nun auch ihre beiden Honorarprofessuren verlieren. An der Universität Potsdam erklärte der Dekan der Philosophischen Fakultät, Johann Hafner, mit dem Verlust des Doktortitels in Bonn sei der 2002 verliehenen Honorarprofessur die Grundlage genommen. Die dafür vorausgesetzten „hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen“ lägen zu einem wesentlichen Teil nicht vor. Auch die TU Braunschweig hat erklärt, Mathiopoulos’ Honorarprofessur nach Entzug der Doktorwürde zu widerrufen.

Mathiopoulos’ Doktorarbeit mit dem Titel „Amerika: das Experiment des Fortschritts. Ein Vergleich des politischen Denkens in Europa und in den USA“ stammt aus den 80er Jahren. Sie war bereits Anfang der 90er Jahre in die Kritik geraten. Eine Überprüfung hatte damals zwar handwerkliche Mängel ergeben, aber keine Verfehlungen, die zur Aberkennung des Doktortitels geführt hätten.

Den Anstoß für die neue Überprüfung hatte die Internet-Plattform „VroniPlag“ gegeben. Demnach enthalte die Arbeit zahlreiche wörtlich übernommene Textstellen, die nicht als solche gekennzeichnet seien. Kix

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