• Stammzellforscher unter Verdacht: Uni Düsseldorf leitet Verfahren gegen Bodo-Eckehard Strauer ein

Stammzellforscher unter Verdacht : Uni Düsseldorf leitet Verfahren gegen Bodo-Eckehard Strauer ein

Der Forscher hatte mit Stammzellgaben bei Herzpatienten für Aufsehen gesorgt - und Kritik hervorgerufen. Nun leitet seine Uni ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein.

Bodo-Eckehard Strauer, fotografiert im Jahr 2007 in seiner Klinik.
Bodo-Eckehard Strauer, fotografiert im Jahr 2007 in seiner Klinik.Foto: dpa

Die Uni Düsseldorf hat ein Disziplinarverfahren gegen den Herzspezialisten Bodo-Eckehard Strauer eingeleitet. Strauer hatte vor Jahren mit dem Einsatz von adulten Stammzellen bei Herzinfarktpatienten weltweit Aufsehen erregt. Zwei Kommissionen hätten die Forschungsarbeit des inzwischen emeritierten Spezialisten und ehemaligen Klinikdirektors untersucht. Als Resultat sei das Verfahren eingeleitet worden, teilte eine Uni-Sprecherin mit, ohne Ergebnisse zu nennen. Strauer hatte Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens zurückgewiesen.

Bereits im März 2013 hatte das Uni-Klinikum auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Behörde hatte die Unterlagen geprüft, aber mangels Anfangsverdacht kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die nun nachgereichten Unterlagen werde man aber ebenfalls noch prüfen, sagte Staatsanwalt Uwe Kessel der dpa.

Bis 2009 war Strauer mehr als 20 Jahre Leiter der Kardiologie an der Uniklinik. Strauers Therapie hatte weltweit große Hoffnungen geweckt. 2001 hatte er zum ersten Mal einen Herzinfarktpatienten mit dessen eigenen Knochenmark-Stammzellen behandelt. Diese waren dem Patienten in das vom Absterben bedrohte Herzgewebe gespritzt worden. 2009 beendete die Uniklinik nach dem Wechsel der Klinikleitung das Programm der Herzstammzell-Transplantation. Zudem äußerten andere Kardiologen Zweifel am Vorgehen. Die Arbeiten Strauers enthielten Ungereimtheiten, Ungenauigkeiten und Beschönigungen, hieß es etwa. Strauer wehrte sich gegen Vorwürfe, wissenschaftlich nicht einwandfrei gearbeitet zu haben.

Die Uniklinik erklärte 2012, dass „Anhaltspunkte auf ein mögliches wissenschaftliches Fehlverhalten“ vorlägen. Sie habe eine „interne Untersuchung“ eingeleitet und auch externe Experten hinzugezogen. Nach Angaben der Klinik wurden 537 Krankenakten gesichtet. dpa

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