Wohnungen in Berlin : Warten auf neue Studentenwohnheime

5000 neue Wohnplätze für Studierende soll es in Berlin geben - das wurde schon 2013 angekündigt. Doch bis 2018 werden nur wenige hundert neue Apartments bezugsfertig sein.

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Das Studentendorf Adlershof - eine privat finanziertes Wohnheim für Studierende. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Das Studentendorf Adlershof - eine privat finanziertes Wohnheim für Studierende.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

5000 neue Wohnplätze für Studierende sollen in Berlin entstehen. Schon 2013 hatte der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit das angekündigt, 2015 wurden die Pläne – noch unter der rot-schwarzen Koalition – konkretisiert. Doch erst in diesem Sommer werden endlich die ersten neuen Apartments bezugsfertig sein. Bis 2018 dürfte einmal gerade der Bau von weniger als 500 Plätzen beendet sein. Das geht aus einer Antwort der Wissenschaftsverwaltung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Adrian Grasse hervor.

Wie berichtet, hatte sich der rot-schwarze Senat entschieden, statt des Studierendenwerks die städtischen Wohnungsbaugesellschaften sowie die landeseigene Immobilienfirma Berlinovo den Großteil der Wohnplätze errichten zu lassen. Mit dem Bau neuer Apartments für Studierende begonnen hat von den Wohnungsgesellschaften bisher allein die Berlinovo. Die ersten 129 Einheiten mit 141 Plätzen sollen demnach in der Storkower Straße (Prenzlauer Berg) im Juni bezugsfertig sein. An drei weiteren Standorten in der Prenzlauer Promenade (Pankow), der Walter-Friedländer-Straße (Prenzlauer Berg) und der Friedenshorster Straße (Lichtenberg) soll laut der Auskunft der Wissenschaftsverwaltung in diesem Jahr der Baubeginn für weitere 705 Apartments erfolgen.

Die Berlinovo geht von einer Miete zwischen 320 und 350 Euro aus

Was müssen Studierende für diese Wohnungen zahlen? Liegt die Miete unter oder über den ortsüblichen Preisen? Angaben dazu seien derzeit nicht möglich, heißt es in der Antwort auf die Anfrage. Im vergangenen Jahr war die Berlinovo von einer Miete zwischen 320 und 350 Euro ausgegangen, während man in den Wohnheimen des Studierendenwerks im Schnitt schon für 200 Euro wohnen kann.

Die Städtischen Wohnungsbaugesellschaften haben indes noch gar nicht mit dem Bau neuer Studierendenwohnungen begonnen, hier geht es erst in diesem Jahr los, heißt es von der Wissenschaftsverwaltung. Das Studierendenwerk, das nur wenige neue Plätze schaffen soll, beginnt ebenfalls in diesem Jahr mit einer Erweiterung seines Wohnheims in der Mollwitzstraße (Charlottenburg), Eröffnung soll Ende 2018 sein. Ebenso entsteht im Wohnheim Dauerwaldweg im Westend mehr Wohnraum. Insgesamt werden so durch das Studierendenwerk 132 zusätzliche Plätze geschaffen, mehr ist von dieser Seite auch nicht vorgesehen.

Für den CDU-Abgeordneten Grasse besteht jetzt „dringender Handlungsbedarf“, da der Senat von den angekündigten 5000 Wohnungen noch „meilenweit entfernt“ sei: „Wir brauchen im Umfeld aller Hochschulen viel mehr bezahlbaren Wohnraum, damit die Studenten nicht unnötig kreuz und quer durch die Stadt fahren“, erklärte Grasse.

Anvisiert ist laut den Senatsvorgaben, dass der Bau aller 5000 Plätze bis zum Jahr 2020 beendet sein soll. Erst wenn dieses Ziel erreicht sei, werde man darüber befinden, ob weiterer studentischer Wohnraum zu schaffen ist, heißt es in der Antwort.

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