Entschärfter Prüfbericht – Zweifel an Beschlüssen
Sabine Schicketanz

Potsdam ist seit 2010 Mitglied bei Transparency International. Die Antikorruptions-Experten beobachten den neuen Stadtwerke-Skandal, den die PNN aufgedeckt haben, mit Sorge. Dabei steht inzwischen Aussage gegen Aussage.
Der Potsdamer Rathausspitze lag nur ein entschärfter Prüfbericht zum Untreue-Skandal bei einem Geschäftsführer eines Tochterunternehmens vor. Oberbürgermeister Jakobs will dennoch und trotz klarer Hinweise der Anwälte keine Strafanzeige stellen. Experten sind irritiert.
Im Skandal bei den Potsdamer Stadtwerken um üppige, aber rechtswidrige Vergütungen für eine Mitarbeiterin steht nun fest: Es geht um fast eine halbe Million Euro aus den Gebühren und Beiträgen der Potsdamer. Oberbürgermeister Jakos schaltet sich ein - und macht sich den Komplex ohne Not zu eigen.
Neue Details zum Ausmaß des Stadtwerke-Skandals kommen ans Tageslicht. Doch Oberbürgermeister Jann Jakobs greift nicht ein. Es ergeben sich viele drängende Fragen.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs sagte, dass er über die Vorgänge im Zusammenhang mit den neuem Stadtwerke-Skandal genau Bescheid wisse. Doch warum zieht er dann nicht andere Konsequenzen? Sein Verhalten ist politisch untragbar, meint Sabine Schicketanz.

Nach den exklusiven PNN-Recherchen will nun die Staatsanwaltschaft den Untreueverdacht bei den Potsdamer Stadtwerken prüfen. Die EWP- und Step-Aufsichtratsvorsitzende Elona Müller-Preinesberger weist indes die Vorwürfe zurück, brisante Berichte zurückgehalten zu haben.
In der neuen Stadtwerke-Affäre werden weitere Details aus vertraulichen Prüfberichten bekannt, die Stadtpolitik reagiert auf die PNN-Recherchen zurückhaltend. Ein Überblick über die wichtigen Fragen in dem Skandal.
Es geht um Sonderzahlungen, den Schatten von Ex-Chef Paffhausen, doppelte Gehälter und Untreue. Interne Prüfberichte belegen das ganze Ausmaß der Kungeleien bis ins Rathaus.
Neue Details in der Stadtwerke-Affäre: Holger Neumann soll einer Mitarbeiterin über Jahre hinweg zum Schaden der Step und ohne Genehmigungen Vorteile verschafft haben.
Der Streit um die künftige Gestalt der Potsdamer Mitte eskaliert zusehends, wird zum wahren Bürger-Konflikt. Das gefährdet den Zusammenhalt der Stadt und muss endlich ein Ende haben. Ein Kommentar.
Es war eine Überraschung. Bisher hatte er immer nur geschaut.

Es gibt – wieder einmal – Aufregung um das Hotel Mercure. Kauf und Abriss? Das Thema sei durch, meint die Pro Potsdam, nachdem ihr Angebot scheiterte. Oberbürgermeister Jakobs sieht das anders.

16 Millionen Euro wurden in die Kulisse "Neue Berliner Straße" investiert. Doch es fehlen die Produktionen, die dort drehen wollen.
UPDATE Stadtspitze und Pro Potsdam sind mit Kaufangebot für Hotel Mercure gescheitert. Während Pro-Potsdam-Chef Bert Nicke findet, das Thema sei "de facto durch", hält Oberbürgermeister Jakobs an dem Vorhaben Kauf für Abriss fest. Man brauche nur mehr Zeit.

16 Millionen Euro hat Studio Babelsberg für die neue Filmstraße investiert. Doch es fehlen die Produktionen, die dort drehen wollen.

Die Investmentgesellschaft der Familie von Potsdam-Mäzen Hasso Plattner entwickelt doch nicht die nördliche Speicherstadt. Die HPC Germany zieht sich aus dem Projekt zurück - an den Plänen ändert sich nichts.
In Potsdams Chefetagen bahnt sich ein Führungswechsel an. Neben zwei neuen Beigeordneten läuft im Rathaus bereits die Suche nach einem neuen Konzernlenker für die Stadtwerke-Holding.

Prominente Anrainer haben dagegen geklagt, dass die Ventehalle und zwei Steganlagen am Ufer des Jungfernsees wieder errichtet werden. Das Potsdamer Verwaltungsgericht wies nun die Klagen ab.

Die AfD-Fraktion im Potsdamer Stadtparlament will, dass ein Stück am Hans Otto Theater über Flüchtlingshelfer abgesetzt wird, das noch nicht einmal aufgeführt wurde. Eine entlarvende Forderung, meint Sabine Schicketanz.

Ein Auftritt des Landespolizeiorchesters kostet jetzt dreimal so viel wie bisher. Deshalb wurde das traditionelle Potsdamer Pfingstkonzert abgesagt
Haben suspendierte Manager gegen Vorschriften Mitarbeiterin bis zu 400 000 Euro gezahlt?
Potsdam und Plattner – das trägt, in guten wie in schlechten Zeiten. Wobei Plattner, der Unternehmer, einer der reichsten Deutschen, der Landeshauptstadt oftmals zu besseren Zeiten verhilft als sie ihm.

Potsdam will Hasso Plattner zum Ehrenbürger der Landeshauptstadt machen. Damit wolle sich die Stadt für Plattners Engagement für Wissenschaft, Forschung und Kultur bedanken, sagt Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD).