• 20 Jahre nach der tödlichen Messerattacke: 3500 Menschen bei Silvio-Meier-Gedenkmarsch

20 Jahre nach der tödlichen Messerattacke : 3500 Menschen bei Silvio-Meier-Gedenkmarsch

Mehrere tausend Menschen zogen am Samstag durch Friedrichshain und Lichtenberg, um dem vor zwei Jahrzehnten erstochenen Silvio Meier zu gedenken. Die Stimmung war gereizt, vereinzelt flogen Böller. Ein großes Aufgebot der Polizei konnte aber ein Zusammentreffen mit Rechtsextremen verhindern. Und auch in Rudow wurde demonstriert.

Die Stimmung war gereizt, es blieb aber ruhig: Der Friedrichshain am Samstag während des Gedenkmarsches.
Die Stimmung war gereizt, es blieb aber ruhig: Der Friedrichshain am Samstag während des Gedenkmarsches.Foto: dpa

Etwa 3500 Menschen erinnerten am frühen Samstagabend an den Tod des Hausbesetzers Silvio Meier vor 20 Jahren. Meier war im November 1992 im U-Bahnhof Samariterstraße von einem jungen Neonazi niedergestochen worden. Zu der Demonstration durch Friedrichshain und Lichtenberg hatten zahlreiche Gruppen aufgerufen, darunter linksextremistische, aber auch die Grünen.

Die Demonstranten zogen unter anderem an einem bekannten Neonazi-Treffpunkt in der Lückstraße vorbei. Es kam zu einigen Flaschenwürfen auf das ohnehin von der linken Szene mit schwarzer Farbe beschmierte Haus. Dort war auch der neueste Hochleistungswasserwerfer der Polizei postiert.

Auf der ganzen Demonstration wurden zahlreiche Polenböller geworfen, auch wurde Feuerwerk von Hausdächern abgebrannt. Die mit 1200 Beamten massiv Präsenz zeigende Polizei verhinderte ein Aufeinandertreffen mit 30 Rechtsextremen, die in der Lückstraße gegen den linken Aufzug protestierten. Insgesamt blieb es aber weitgehend friedlich.

Am Ende der Demo am Bahnhof Lichtenberg nahm die Polizei etwa ein Dutzend Personen fest, die sich zuvor vermummt hatten. Besonders gesichert war zu Beginn des Aufzuges am U-Bahnhof Samariterstraße der Laden eines Unternehmers, der Klage gegen die geplante Umbenennung der Gabelsbergerstraße in Silvio-Meier-Straße eingereicht hatte.

Zuvor hatten mehrere hundert Menschen am Nachmittag in Neukölln gegen einen Aufmarsch der NPD demonstriert. Etwa 50 Rechtsextremisten formierten sich zunächst am U-Bahnhof Rudow zu einer Kundgebung. Die vom NPD-Vorsitzenden Sebastian Schmidtke angemeldete Veranstaltung richtete sich gegen ein vom Bezirk geplantes Asylbewerberheim in diesem Neuköllner Ortsteil.

Schmidtke kritisierte „luxussanierte Asylantenheime“, dabei wurde er von etwa 500 Demonstranten aus dem linken und bürgerlichen Lager ausgepfiffen. Nach der Kundgebung zogen die Neonazis durch Rudow. Mehrere Hundertschaften der Polizei verhinderten Zusammenstöße beider Lager.

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