Abitur in Berlin : Abiturienten halten guten Durchschnitt von 2,4

225 Mal die Bestnote und nur 2,7 Prozent Durchfaller: 13.500 Berliner haben das Abitur bestanden. Wir ziehen Bilanz.

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Die Berliner Abiturienten halten ihre Leistungen konstant: Seit fünf Jahren machen sie im Durchschnitt dasselbe Abitur.
Die Berliner Abiturienten halten ihre Leistungen konstant: Seit fünf Jahren machen sie im Durchschnitt dasselbe Abitur.Foto: Tobias Kleinschmidt/dpa

Auf die Berliner Abiturienten ist Verlass: Seit fünf Jahren halten sie konstant den Notendurchschnitt 2,4 – also mindestens „noch gut“. In diesem Jahr haben 13.540 Schülerinnen und Schüler an 169 Schulen die Prüfungen bestanden. Überraschend ist, dass die Zahl der Abiturienten mit Migrationshintergrund deutlich angestiegen ist. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sprach von einem „bemerkenswert guten Abiturergebnis“, gratulierte den Absolventen und dankte den Lehrern für „die erfolgreiche Organisation der Prüfungsabläufe“ und ihr Engagement.

Auch die Zahl der Spitzenabiturienten ist ähnlich hoch wie im Vorjahr: 225 Schüler haben eine 1,0 erreicht, bei 181 Schülern steht eine 1,1 auf dem Zeugnis. Das entspricht zusammen rund drei Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr sind weniger Schüler durchgefallen. Die Quote lag bei 2,7 Prozent, 2014 waren es 2,9 Prozent, 2013 haben mit 4,3 Prozent noch deutlich mehr Schüler nicht bestanden.

Besondere Konzepte - besonders gute Noten

Bei den Schulen mit den besten Ergebnissen fällt auf, dass es sich zumeist um Gymnasien und Sekundarschulen handelt, die bereits mit fünften Klassen beginnen und besondere Profile haben. Das Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium, Spitzenreiter bei den staatlichen Gymnasien, ist musikbetont. Alle Schüler müssen im Orchester oder im Chor musizieren. Schulleiterin Meike Klee sieht darin einen Grund für das gute Abschneiden in Prüfungen: „Unsere Schüler sind von den zahlreichen Auftritten diese positiven Belastungen gewohnt.“

Auch in den anderen Top-Schulen wird unter besonderen Bedingungen gelernt: Die Staatliche Ballettschule bildet die Schüler gleichzeitig zu professionellen Tänzern und Artisten aus – ein Anspruch, den wohl nur hoch motivierte Jugendliche erfüllen können. Das Heinrich-Hertz-Gymnasium hat einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Die Nelson-Mandela-Schule nimmt vor allem Schüler aus sogenannten „hoch mobilen Familien“ auf und unterrichtet wie die John-F.-Kennedy-Schule bilingual deutsch-englisch.

Einige Privatschulen nach Noten vorne

Das berlinweit beste Ergebnis dürfte aber das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster erzielt haben. Einen Durchschnitt von 1,6 haben die Schüler erreicht, teilte die Schule in Schmargendorf auf Anfrage mit. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab die Senatsbildungsverwaltung dieses Mal keine Liste mit den besten privaten Schulen heraus. Auch das Evangelische Gymnasium Frohnau, das seit Jahren auf den vorderen Plätzen liegt, hat mit einem Durchschnitt von 1,75 die besten staatlichen Schulen übertroffen. Das katholische Canisius-Kolleg erreichte einen Durchschnitt von 1,87.

Die meisten Abiturienten, nämlich 8500, haben ihr Abitur an Gymnasien abgelegt. An Sekundar- und Gemeinschaftsschulen schafften dies 2500 Schüler.

18 Prozent sprechen zu Hause nicht Deutsch

Rund 18 Prozent der erfolgreichen Abiturienten in Berlin geben als Familiensprache nicht Deutsch an. Dieser Wert liegt deutlich über dem Vorjahr (14,7 Prozent). Er spiegelt damit die Entwicklung an den Schulen wider: Seit 2005 hat sich die Zahl der Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprache an den Oberstufen der Gymnasien verdoppelt und ist von knapp elf Prozent auf rund 21 Prozent gestiegen. An Sekundarschulen stieg der Anteil noch deutlicher: 2005 waren in den Oberstufen der damaligen Gesamtschulen rund 13 Prozent nichtdeutscher Herkunft, 2014 waren es 33 Prozent.

Als Grund für die guten Abiturergebnisse nennt Bildungssenatorin Scheeres, dass die Schüler durch die Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss gut vorbereitet seien. Schulleiter verweisen darauf, dass es seit Einführung des Zentralabiturs 2007 zu einer Notenverbesserung gekommen sei. Das liegt daran, dass eine einheitliche Aufgabenstellung für eine breitere Schülerschaft geeignet sein muss. Zudem wurde die Notenskala geändert, sodass es einfacher ist, eine Eins Plus (15 Punkte) zu erzielen: Es reicht, wenn man dafür 95 Prozent der Leistung erbringt. Früher waren dafür 100 Prozent nötig. Auch mit der fünften Prüfungskomponente, meist einer Präsentation, machen viele Schüler Punkte gut.

Die Brandenburger Abiturienten haben mit einem Schnitt von 2,3 etwas besser abgeschnitten. Bundesweit nahm Berlin nach einer Statistik aus dem Jahr 2013 einen mittleren Rang ein.

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