Berlin : Ägypten-Ausstellung beendet - 450 000 im Gropius-Bau

Hannes Heine

Die letzten Besucher sollten fürs Schlangestehen belohnt werden: Wer sich in der Nacht zum heutigen Dienstag vor dem Martin-Gropius-Bau in der Niederkirchnerstraße anstellte, um „Ägyptens versunkene Schätze“ zu sehen, konnte mit einem Glas Champagner als Belohnung rechnen. Und natürlich mit dem Privileg, als einer der letzten die Ausstellung besucht zu haben: Die zieht jetzt nach Paris weiter.

Für Berliner, die „Ägyptens versunkene Schätze“ verpasst haben, gibt es zwar keinen Trostsekt, aber durchaus Hoffnung. Diejenigen, die sich mit einem einzigen, dafür aber besonders schönen Ausstellungstück zufrieden geben, können sich auf die Suche nach zwei frisch Vermählten machen. Eine junge Besucherin war von einem 1 500 Jahre alten Goldring der Ausstellung so begeistert, dass sich ihr Zukünftiger umgehend ein Foto des Ringes besorgte, damit zum Goldschmied ging und ihn nachmachen ließ. Zugegeben, das Wiederfinden des Schmuckstücks dürfte nicht ganz leicht sein. Einfacher ist der Weg zur Berliner Museumsinsel: Das Ägyptische Museum in der Bodestraße ist in Deutschland nicht nur das größte seiner Art, sondern auch dauerhaft für Besucher geöffnet (täglich von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr). Dort werden neben der weltberühmten Büste Nofretetes, die Hauptgemahlin des Pharao Echnaton war, Kunststücke aus allen Epochen der ägyptischen Antike gezeigt. Dadurch hätten Besucher die Möglichkeit, sich einen umfassenden Überblick über die Geschichte Ägyptens zu machen, hieß es aus dem Museum.

Seit Ägyptens Präsident Husni Mubarak die Sonderausstellung im Gropius-Bau im Mai dieses Jahres eröffnete, standen täglich 7000 Menschen in der Warteschlange. Insgesamt 450 000 Besucher ließen sich die Präsentation nicht entgehen. Die gezeigten Fundstücke aus den antiken Mittelmeerstädten Heraklion, Kanopus und dem ehemaligen Hafenviertel von Alexandria lockten nach Auskunft von Experten mehr Menschen in den Gropius-Bau als je zuvor. Die 500 Ausstellungsstücke wurden erst in den letzten Jahren vor Ägyptens Küste gehoben.

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