Berlin : Air Berlin klagt wegen der Gebühren in Schönefeld

Flughafengesellschaft widerspricht Vorwurf der Ungleichbehandlung

Klaus Kurpjuweit

Die Fluggesellschaft Air Berlin hat, wie angekündigt, eine Klage gegen die Gebührenpolitik der Flughafengesellschaft (FBS) in Schönefeld eingereicht. Air Berlin wirft der FBS eine Ungleichbehandlung bei den Gebühren vor. Die Sätze seien, so Peter Hauptvogel, der Sprecher von Air Berlin, „maßgeschneidert worden für die englische Billigfluggesellschaft Easyjet, die im Mai ihren Betrieb in Schönefeld aufnehmen wird. Sie will den Flughafen zu ihrem größten Drehkreuz außerhalb von Großbritannien ausbauen und ist von der Flughafengesellschaft mit offenen Armen aufgenommen worden. Allein durch die Flüge von Easyjet zu zunächst 13 Zielen soll die Zahl der Passagiere in Schönefeld innerhalb eines Jahres um eine Million auf dann etwa 2,7 Millionen steigen.

Die Flughafengesellschaft hat nach dem Einstieg von Easyjet die Gebührenstruktur in Schönefeld völlig geändert. Für alle Gesellschaften seien die Sätze zum 1. April gesenkt worden, sagte Burkhard Kieker, einer der Verhandlungsführer. Zusätzlich gebe es einen Großkundenrabatt. Gesellschaften mit vielen Passagieren erhielten Preisnachlässe. Davon profitiere unter anderem Easyjet.

Air Berlin sieht sich dadurch benachteiligt, weil das Unternehmen in Schönefeld bei weitem nicht das Passagieraufkommen von Easyjet erreicht. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft wickelt den Löwenanteil ihrer Flüge weiter in Tegel ab. Würde Air Berlin komplett nach Schönefeld ziehen, käme die Gesellschaft ebenfalls voll in den Rabattgenuss, kontert Kieker. Ein solches Angebot habe man Air Berlin auch gemacht. Der Klage vor dem Landgericht Potsdam, von der er noch nichts wisse, sehe man bei der FBS deshalb gelassen entgegen. Die neue Gebührenstruktur sei allen Gesellschaften vorgelegt worden; Geheimverträge gebe es nicht.

Hauptvogel bemängelt ferner, dass die Flughafengesellschaft Easyjet beim Marketing auch für Flüge unterstütze, die Air Berlin bereits im Programm habe – wie nach Palma de Mallorca. Auch diesem Vorwurf widerspricht Kieker. Die Unterstützung gebe es für die neuen Verbindungen. Auch Gesellschaften, die auf einer Route die Zahl der Flüge erhöhten, würden bei der Werbung unterstützt. Kieker wertet die Klage auch als Zeichen, dass der Wettbewerb härter werde.

Die Flughafengesellschaft ist derzeit dabei, den seit langem geführten Gebührenstreit mit den Fluggesellschaften grundsätzlich zu beenden. Für Tegel und Tempelhof soll es mit den Gesellschaften eine langfristige Vereinbarung geben, in der die Sätze für die nächsten Jahre festgelegt werden. Die Regelung soll demnächst unterschrieben werden.

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