Berlin : Als Demokraten Barrikaden bauten

Am Brandenburger Tor wird an die Märzrevolution von 1848 erinnert.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Am morgigen Sonntag um 15 Uhr findet hier eine Gedenkfeier statt, um 17 Uhr geht es auf dem Friedhof der Märzgefallenen weiter. Foto: Timur Emek/dapd
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Am morgigen Sonntag um 15 Uhr findet hier eine Gedenkfeier statt, um 17 Uhr geht es auf dem...Foto: dapd

Zur Erinnerung an die Märzrevolution von 1848 findet auch in diesem Jahr eine Gedenkstunde auf dem Platz des 18. März an der Westseite vom Brandenburger Tor statt. Um 15 Uhr begrüßt Bezirksbürgermeister Christian Hanke am Sonntag die Gäste der „Aktion 18. März“, die alljährlich dazu aufruft, „den Geist des Völkerfrühlings und der Märzrevolution in die Herzen und Köpfe der Menschen zu tragen“. Die Aktion wurde 1978 zur Erinnerung an die Ereignisse von 1848 gegründet, ihr Vorsitzender Volker Schröder ist der Initiator der Feierstunde, er sieht den 18. März als Symbol für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Auch deshalb fordern er und zahlreiche Unterstützer, den 18. März als bedeutendes Datum in der deutschen Demokratiegeschichte zum Nationalen Gedenktag zu erklären. Dieser Tage erhielt die Aktion weitere prominente Unterstützung: Bundestagspräsident Norbert Lammert schrieb in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Der Barrikadenkampf, der am 18. März 1848 in Berlin begann, war ein gewaltiger, auch gewalttätiger Schritt auf dem Wege zur Demokratie in Deutschland“. Es spräche manches dafür, den 18. März zu einem nationalen Gedenktag zu machen, denn „er zählt zu den deutschen Schicksalstagen, an denen sich die Geschichte verdichtet hat“. Lammert: „Mit diesem Datum verbinden sich außerdem die ersten freien Wahlen zur DDR-Volkskammer. Am 18. März 1990 erfüllte sich eine der zentralen Forderungen nach Freiheit, für die zuvor in Ostdeutschland Hunderttausende auf die Straßen gegangen waren. Diese friedliche Revolution führte unter gänzlich veränderten Bedingungen zu Ende, was auf den Berliner Barrikaden am 18. März 1848 begonnen hatte: das über ein Jahrhundert andauernde Ringen um Einigkeit und Recht und Freiheit“. Volker Schröder gibt zu bedenken, „ob man nicht den blutleeren 3. Oktober zugunsten des 18. März abschaffen könnte“.

Auf der Veranstaltung am Brandenburger Tor sprechen mehrere Bundestagsabgeordnete und Joachim Zeller vom Europaparlament, um 17 Uhr beginnt auf dem Friedhof der Märzgefallenen eine Kranzniederlegung mit Reden von Abgeordnetenhaus-Präsident Ralf Wieland und Bezirksbürgermeister Franz Schulz. Lo.

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