Am Rand des CSD : Die Polizei – dein Freund und Geburtshelfer

Weil ihr Vater am Christopher Street Day nicht durch die Absperrungen kam, wurde die kleine Yaren im Auto geboren. Ein Polizist half ihr auf die Welt.

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Pate in Uniform. Polizist Mario Stöcklein besuchte am Sonntag Mutter Saliha Yakut und ihr Baby Yaren im Urban-Krankenhaus.
Pate in Uniform. Polizist Mario Stöcklein besuchte am Sonntag Mutter Saliha Yakut und ihr Baby Yaren im Urban-Krankenhaus.Foto: DAVIDS

Es ist „sein“ erstes Kind und natürlich merkt man Mario Stöcklein den Stolz darauf an. Auch wenn er nicht der Vater ist, so hat er doch wesentlichen Anteil daran, dass es dem Baby Yaren Yakut gut geht. Er hat dem Mädchen auf die Welt geholfen. „Ich bin sehr froh, dass ich eine Ausbildung als Rettungssanitäter bei der Johanniter Unfallhilfe gemacht habe“, sagt der 47-jährige Polizeikommissar. „Dazu gehörte auch ein Geburtshilfelehrgang. Das ist zwar schon fast ein Vierteljahrhundert her, aber irgendwie wusste ich, was zu tun ist.“

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So bunt feiert Berlin den CSD
Mit einer bunten Parade hat am Samstagmittag in Berlin der Christopher Street Day begonnen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 25Foto: AFP
23.06.2012 13:57Mit einer bunten Parade hat am Samstagmittag in Berlin der Christopher Street Day begonnen.

Dabei war sein Dienst als Verkehrsposten beim Christopher Street Day am Sonnabend beinahe beendet, als um 14.40 Uhr ein 33-jähriger Mann aufgeregt zum Streifenwagen kam, in dem Mario Stöcklein und seine Kollegin, die 40-jährige Polizeioberkommissarin Claudia Lachmann, saßen. „Meine Frau bekommt ein Kind“, rief der Mann, „sie muss ins Urbankrankenhaus, aber ich komme wegen der Absperrungen einfach nicht durch!“

Die beiden Polizisten versuchten, den werdenden Vater zu beruhigen. „Wir rufen einen Rettungswagen“, sagten sie und begleiteten ihn zu seinem Auto in der Nähe der Gitschiner Straße, wo die CSD-Parade entlang gezogen war. „Seine Frau, die auf der Rückbank des Autos lag, fing plötzlich fürchterlich an zu schreien“, erzählt Mario Stöcklein. „Ich merkte, dass die Wehen schon in sehr kurzem Abstand kamen, die Fruchtblase schon geplatzt war und die Geburt offenbar kurz bevorstand.“

Zum Hände desinfizieren gab es weder Zeit noch Gelegenheit. Also zog er schnell Einweghandschuhe über, die Polizisten stets bei sich tragen. Nachdem er die türkischstämmige Frau überzeugt hatte, dass sie nun alle Scham überwinden und ihre Hose ausziehen müsse, sei alles sehr schnell gegangen: „Die Presswehen kamen, das Köpfchen tauchte auf, kurz darauf der Körper des Babys.“ Der werdende Vater stand derweil auf der anderen Autoseite, streichelte das Gesicht seiner Frau, redete beruhigend auf sie ein. Stöckleins Kollegin hielt die Schaulustigen vom Auto fern.

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