Amann als neuer Geschäftsführer des BER : Alte Fehler schnell bereinigt

Kaum im Amt, greift der neue Technikchef des Flughafens durch. Er schont seinen Vorgänger Körtgen nicht und benennt die Missstände. Sein Schicksal scheint an den BER geknüpft - dabei ist fraglich, wieviel Einfluss er tatsächlich hat.

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Für den neuen Termin steht er mit seinem Namen: Der technische Geschäftsführer des BER Horst Amann (Mitte).
Für den neuen Termin steht er mit seinem Namen: Der technische Geschäftsführer des BER Horst Amann (Mitte).Foto: dpa

Horst Amann hat gesprochen und dabei niemanden verschont – auch nicht seinen Kollegen Rainer Schwarz aus der Flughafengeschäftsleitung. Dass der neue technische Geschäftsführer und Verantwortliche für den Flughafen-Ausbau am Freitagabend nach der stundenlangen Sitzung des Aufsichtsrates den 27. Oktober 2013 als neuen Eröffnungstag für den BER-Flughafen verkündete, war keine Überraschung. Schon zuvor war der Termin durchgesickert. Dass Amann einiges in der Organisation ändern wird, war dagegen schon überraschend.

Amann kündigte an, zwei neue Stabsstellen bei der Flughafengesellschaft zu schaffen: für die Kostenkontrolle und für direkte Kontakte zur Genehmigungsbehörde beim Landkreis Dahme-Spreewald. Gerade das Verhältnis zum Bauordnungsamt, der Genehmigungsbehörde, müsse verbessert werden. „In der Tat waren wir dabei, uns etwas jenseits der Baugenehmigung zu bewegen“, sagte Amann zum Desaster der zunächst nicht genehmigungsfähigen Brandschutzanlage.

Das war mehr als nur ein Seitenhieb auf seinen inzwischen geschassten Vorgänger Manfred Körtgen und die Planungsgemeinschaft Flughafen Berlin-Brandenburg International, zu der sich die Architekturbüros JSK und gmp zusammengeschlossen hatten. Auch diese erhielten bereits im Mai die Kündigung. Amann warf ihnen erneut vor, „lückenhafte und fehlerbehaftete“ Ausführungspläne für die Brandschutzanlage vorgelegt zu haben. Zuvor scheint dies keiner der Verantwortlichen erkannt zu haben.

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Kaum hatte Amann den Job Anfang August übernommen, bemerkte er auch, dass ein Firmeninhaber, der mit seinem Betrieb an der Brandschutzanlage arbeitete, gleichzeitig beim Projektsteuerer als Kontrolleur der Bauarbeiten eingestellt war. Mit der Eigenkontrolle war dann sofort Schluss.

Nur spekulieren lässt sich, ob Amann auch schon früher die Reißleine gezogen hätte, wäre er eher zum Flughafen gekommen. Die Ursachen für die mehrfachen Terminverschiebungen begannen nach Ansicht von Fachleuten schon Anfang 2010.

Damals war man mit der Leistung eines Büros nicht zufrieden, das für die technische Gebäudeausrüstung des Terminals zuständig war. Die Flughafengesellschaft stellte Zahlungen ein, das Büro ging pleite. Die Folge: Der damals vorgesehene Inbetriebnahmetermin 30. Oktober 2011 war nicht mehr zu halten; man setzte nun auf den 3. Juni 2012. Richtig gewesen wäre es, sagen Experten, das Büro weiter zu bezahlen und zu beschäftigen – und hinterher vor Gericht zu ziehen.

Die durch das Ausscheiden des Büros verursachten Verspätungen wurden nie aufgeholt. Amann war auch nicht dabei, als Flughafenchef Rainer Schwarz und der Aufsichtsrat unter dem Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) nach dem gescheiterten Juni-Termin zunächst den 17. März zum Tag der Tage erklärten. Jetzt aber steht auch der neue Heilsbringer in der Pflicht: Den 27. Oktober 2013 als Starttermin hat er selbst genannt.

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